Demo Gegen den Rechtsruck

*English below*
Call for Demo AGAINST THE SHIFT TO THE RIGHT IN STATE AND SOCIETY on 23.03.2019 in Frankfurt am Main
– Gemeinsame Busanreise aus Dresden und Leipzig –
Am 23.03.2019 findet in Frankfurt am Main eine Demonstration GEGEN DEN RECHTSRUCK IN STAAT UND GESELLSCHAFT statt. Diese beginnt um 14.00 und wir wollen gemeinsam mit einem Bus aus Sachsen dazu anreisen. Der Bus wird in Dresden losfahren und in Leipzig einen Zwischenstopp machen.
Uns ist es ein besonderes Anliegen mit Menschen aus Sachsen bei der Demonstration vertreten zu sein und damit sowohl auf die rechten Strukturen innerhalb des Staates auf Landesebene, als auch auf die gesellschaftlichen Verhältnisse in einer konservativ geprägten Region aufmerksam zu machen. Vor allem im Angesicht der bevorstehenden Landtagswahl im September und den immer wieder zahlreichen stattfindenden Nazimobilsierungen in letzter Zeit ist es wichtig zu zeigen, dass wir als bundesweit organisierte Linke dem Rechts(d)ruck etwas entgegen setzen und Solidarität mit denjenigen zeigen, die von diesem in besonderem Maße bedroht sind.
Gerade Sachsen ist in der Verstrickung staatlicher Stellen, vor allem dem Verfassungsschutz und der Polizei, mit rechten Netzwerken immer wieder stark aufgefallen. Das Versagen bzw. die mutwillige Verdeckung und Fehlverhalten beim Umgang mit dem NSU, der jahrelang in Chemnitz und Zwickau Unterschlupf gefunden hat, die Bestellung des Polizeipanzers “Survivor” mit den auffällig an NS-Symbolik erinnernden Bestickungen an den Sitzen oder auch die zahlreich bekannten Rechtspopulisten und Nazis in Uniform, sind nur einige Beispiele dafür. Dass in den nächsten Monaten auch noch ein in vielen Teilen rechts- bzw. verfassungswidriges und freiheitsfeindliches Polizeigesetz verabschiedet werden soll, ist ein weiterer Grund sich genau jetzt gegen die autoritäre Wende stark zu machen.
Auch in der Zivilgesellschaft ist ein starker Rechtsruck, Antifeminismus und Rassismus zu beobachten. Pegida in Dresden, der Schulterschluss von neuer Rechter, Neonazis und AfD in Chemnitz im letzten Jahr und die immer wieder kehrenden Angriffe Geflüchtete und (vermeintliche) Migrant*innen, wie in Heidenau und Freital, sowie auf linke Projekte und Menschen, sind auch hier nur die Spitze des Eisberges eines tief verwurzelten Konservativismus und rechter Ideologie in weiten Teilen der Gesellschaft.
Dies ist nicht zufällig so, sondern das logische Resultat eines Politikversagens der seit der Wiedervereinigung regierenden CDU mit ihren Verharmlosungen rechter Aktivitäten und Akteur*innen in Verwaltung und Rechtssprechung, der Repression linker solidarischer Projekte und der Prekarisierung vieler Menschen in den neuen Bundesländern durch den Abbau des Sozialstaates.
Trotz alle dem gibt viele, die diesen Entwicklungen solidarische und progressive Alternativen entgegen setzen. Genau deswegen wird unsere Kritik an Diskriminierung, staatlicher Repression und einem Staat, der diese Verhältnisse stützt, nicht verklingen. Wir erinnern an die Opfer und die Taten des sog. NSU, an die Bedrohung der Anwältin Seda Başay-Yildiz, das HannibalNetzwerk in der Bundeswehr und fordern eine konsequente Aufarbeitung der Vorfälle  das Erkennen der Systematik statt der Verharmlosung als “Einzelfälle”.
Den Aufruf und mehr Informationen zur Demonstration findet ihr unter:
    
                  
Wir gehen am 23.03. auf die Straße, um uns mit den Opfern rassistischer Gewalt zu solidarisieren!
Wir protestieren gegen die strukturelle Systematik der autoritären Formierung von Staat und Gesellschaft!
Wir werden die Aufklärung nicht jenen überlassen, die unsere Freund*innen bedrohen!

NSU 2.0 den Prozess machen!

 

Wir sehen uns in Frankfurt!
*English*

 

Call for Demo AGAINST THE SHIFT TO THE RIGHT IN STATE AND SOCIETY on 23.03.2019 in Frankfurt am Main

 

– Joint bus journey from Dresden and Leipzig –
On 23.03.2019 a demonstration will take place in Frankfurt am Main against the SHIFT TO THE RIGHT IN STATE AND SOCIETY. It starts at 14.00 and we want to travel together with a bus from Saxony. The bus will leave Dresden and make a stopover in Leipzig.

 

It is our special concern to be represented with people from Saxony at the demonstration and to draw attention to the right-wing structures within the state at state level as well as to the social conditions in a conservatively shaped region. Especially in view of the upcoming state elections in September and the numerous Nazi mobilizations that have taken place recently, it is important to show that we as a nationally organized left-wing movement oppose the right and show solidarity with those who are particularly threatened by it.
Saxony in particular has repeatedly attracted attention in the entanglement of state authorities, above all the Office for the Protection of the Constitution and the police, with right-wing networks. The failure or the deliberate concealment and misconduct in dealing with the NSU, which for years found shelter in Chemnitz and Zwickau, the order of the police tank “Survivor” with the striking embroidery on the seats reminiscent of Nazi symbolism, or the numerous right-wing populists and Nazis in uniform, are just a few examples of this. The fact that in the next few months a police law will be passed which is in many parts illegal, unconstitutional and hostile to freedom is another reason to take a stand against the authoritarian turn right now.
A strong shift to the right, anti-feminism and racism can also be observed in civil society. Pegida in Dresden, the solidarity of new rightists, neo-Nazis and AfD in Chemnitz last year and the repeated attacks on fugitives and (supposed) migrants, as in Heidenau and Freital, as well as on left-wing projects and people, are also here only the tip of the iceberg of deeply rooted conservatism and right-wing ideology in large parts of society.

This is not by chance, but the logical result of a political failure of the CDU, which has ruled since reunification, with its trivialization of right-wing activities and actors in administration and jurisprudence, the repression of left-wing solidarity projects and the precarization of many people in the new federal states through the dismantling of the welfare state.

Despite all this, there are many who oppose these developments with solidarity and progressive alternatives. Precisely for this reason our criticism of discrimination, state repression and a state that supports these conditions will not fade away. We remember the victims and the deeds of the so called NSU, the threat to the lawyer Seda Başay-Yildiz, the “Hannibal Network” in the Bundeswehr, and demand a consistent processing of the incidents, the recognition of the systematics instead of the trivialization as “individual cases”.

 

The call and more information about the demonstration can be found here:

https://gegendenrechtsruck.noblogs.org/

21.01.19 – NSU 2.0 den Prozess machen! Unsere Solidarität gegen die autoritären Formierung von Staat und Gesellschaft!

Facebook: https://www.facebook.com/events/1478980128901739/

Information about the journey: copwatchleipzig.home.blog and http://www.sachsens-demokratie.net

We go out on the street on 23.03. to show solidarity with the victims of racist violence!
We protest against the structural systematics of the authoritarian formation of state and society!
We will not leave the Enlightenment to those who threaten our friends!
NSU 2.0 make the process!

See you in Frankfurt!

Aufruf zur Demo GEGEN DEN RECHTSRUCK IN STAAT UND GESELLSCHAFT am 23.03.2019 in FFM

*English below*
Call for Demo AGAINST THE SHIFT TO THE RIGHT IN STATE AND SOCIETY on 23.03.2019 in Frankfurt am Main
– Gemeinsame Busanreise aus Dresden und Leipzig –
Am 23.03.2019 findet in Frankfurt am Main eine Demonstration GEGEN DEN RECHTSRUCK IN STAAT UND GESELLSCHAFT statt. Diese beginnt um 14.00 und wir wollen gemeinsam mit einem Bus aus Sachsen dazu anreisen. Der Bus wird in Dresden losfahren und in Leipzig einen Zwischenstopp machen.
Uns ist es ein besonderes Anliegen mit Menschen aus Sachsen bei der Demonstration vertreten zu sein und damit sowohl auf die rechten Strukturen innerhalb des Staates auf Landesebene, als auch auf die gesellschaftlichen Verhältnisse in einer konservativ geprägten Region aufmerksam zu machen. Vor allem im Angesicht der bevorstehenden Landtagswahl im September und den immer wieder zahlreichen stattfindenden Nazimobilsierungen in letzter Zeit ist es wichtig zu zeigen, dass wir als bundesweit organisierte Linke dem Rechts(d)ruck etwas entgegen setzen und Solidarität mit denjenigen zeigen, die von diesem in besonderem Maße bedroht sind.
Gerade Sachsen ist in der Verstrickung staatlicher Stellen, vor allem dem Verfassungsschutz und der Polizei, mit rechten Netzwerken immer wieder stark aufgefallen. Das Versagen bzw. die mutwillige Verdeckung und Fehlverhalten beim Umgang mit dem NSU, der jahrelang in Chemnitz und Zwickau Unterschlupf gefunden hat, die Bestellung des Polizeipanzers “Survivor” mit den auffällig an NS-Symbolik erinnernden Bestickungen an den Sitzen oder auch die zahlreich bekannten Rechtspopulisten und Nazis in Uniform, sind nur einige Beispiele dafür. Dass in den nächsten Monaten auch noch ein in vielen Teilen rechts- bzw. verfassungswidriges und freiheitsfeindliches Polizeigesetz verabschiedet werden soll, ist ein weiterer Grund sich genau jetzt gegen die autoritäre Wende stark zu machen.
Auch in der Zivilgesellschaft ist ein starker Rechtsruck, Antifeminismus und Rassismus zu beobachten. Pegida in Dresden, der Schulterschluss von neuer Rechter, Neonazis und AfD in Chemnitz im letzten Jahr und die immer wieder kehrenden Angriffe Geflüchtete und (vermeintliche) Migrant*innen, wie in Heidenau und Freital, sowie auf linke Projekte und Menschen, sind auch hier nur die Spitze des Eisberges eines tief verwurzelten Konservativismus und rechter Ideologie in weiten Teilen der Gesellschaft.
Dies ist nicht zufällig so, sondern das logische Resultat eines Politikversagens der seit der Wiedervereinigung regierenden CDU mit ihren Verharmlosungen rechter Aktivitäten und Akteur*innen in Verwaltung und Rechtssprechung, der Repression linker solidarischer Projekte und der Prekarisierung vieler Menschen in den neuen Bundesländern durch den Abbau des Sozialstaates.
Trotz alle dem gibt viele, die diesen Entwicklungen solidarische und progressive Alternativen entgegen setzen. Genau deswegen wird unsere Kritik an Diskriminierung, staatlicher Repression und einem Staat, der diese Verhältnisse stützt, nicht verklingen. Wir erinnern an die Opfer und die Taten des sog. NSU, an die Bedrohung der Anwältin Seda Başay-Yildiz, das HannibalNetzwerk in der Bundeswehr und fordern eine konsequente Aufarbeitung der Vorfälle  das Erkennen der Systematik statt der Verharmlosung als “Einzelfälle”.
Den Aufruf und mehr Informationen zur Demonstration findet ihr unter:
    
                  
Infos zur Anreise: https://copwatchleipzig.home.blog/anreise-infos/ und www.sachsens-demokratie.net
Wir gehen am 23.03. auf die Straße, um uns mit den Opfern rassistischer Gewalt zu solidarisieren!
Wir protestieren gegen die strukturelle Systematik der autoritären Formierung von Staat und Gesellschaft!
Wir werden die Aufklärung nicht jenen überlassen, die unsere Freund*innen bedrohen!

NSU 2.0 den Prozess machen!

 

Wir sehen uns in Frankfurt!
*English*

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Linkliste Polizeigesetz und Autoritäre Entwicklung

zum Workshop: am 26.02.2019 in Dresden

 

Autoritäre Entwicklung und Verräumlichung sozialer Probleme

Institutioneller Rassismus, racial profiling

 

Leipziger Kamera (2009), Kontrollverluste – Interventionen gegen Überwachung

KOP (2012), Alltäglicher Ausnahmezustand

Jan Wehrheim (2012), Die überwachte Stadt – Sicherheit, Segregation und Ausgrenzung

Autor*innenkollektiv Gras&Beton (2018), Gefährliche Orte – Unterwegs in Kreuzberg

Belina/Naumann/Strüver (Hrsg.) (2018), Handbuch Kritische Stadtgeografie

digitalcourage.de/ueberwachungsgesamtrechnung/einfuehrung

 

Neues sächsisches Polizeigesetz – Kritiken und Stellungnahmen:

 

polizeigesetz-stoppen.de/aufruf/

keinpolizeigesetz.noblogs.org

digitalcourage.de/blog/2018/stellungnahme-polizeigesetz-sachsen

raa-sachsen.de/newsbeitrag/warum-wir-den-aufruf-polizeigesetz-stoppen-unterstuetzen.html

gruene-fraktion sachsen.de/fileadmin/user_upload/Positionen_und_Beschluesse/PP_Erste_Bewertung_PVDG_2018-05.pdf

enrico-stange.de/fileadmin/pdf/artikel_saechs-polg_neu.pdf

 

 

Download als PDF: litliste workshop dd

Call in easy language (ENG)

Let’s talk about police violence!

Every year on March 15th is the International Day against Police Violence.

People like Laye-Alama Condé! Oury Jalloh! Yaya Jabbi! Amad Ahmad! Christy Schwundeck! Achidi John!

These people and many more have been treated badly by the police or even have been killed.

It happened in the past and it happens every day – it happens in Germany and all over the world. Why does the police treat people differently? Why does the police use violence against people who have done nothing?

The answer is: for the police certain people are “different” or they are “criminal” or “illegal”. These are people like for example:

* Black and People of Color

* Refugees

* People who live on the streets

* People with disabilities

* People who take drugs

* Sex workers*

* gays, lesbians, inter*people, transpersons, queer people

* left activists

When the police kills people, there is often no punishment. The police has a lot of power. Citizens believe in the police. Citizens believe that the police is good. Citizens look away when the police beats people on the street. Citizens want more police and more power for the state. We see that in Germany and worldwide.

We saw police violence at the 2017 G20 protests in Hamburg. Or when the police searched the houses of political leftists and destroyed their flats. Many policemen are politically right-wing (neo-Nazis). For example, threatening letters were sent to a lawyer in Frankfurt. The lawyer’s address and name came from the police. The threatening letter had the signature: NSU 2.0. NSU means National Socialist Underground. The NSU was a neo-Nazi terror group that killed people in Germany between 1999 and 2011. We see that there are more and more neo-Nazis.

There are new laws for the police that give the police even more power to control, monitor and treat people violently. It is difficult for these people to defend themselves. This is because the state and the police work together. State and police are racist and sexist.

Citizens trust the state and the police. Even if the police lies again and again. For example, the police says: There is no racist profiling (that means police controls of people of color or black people). But everyone knows that the police very often controls people who have black or dark skin. That’s racist. It is forbidden to treat people differently because they are black or of color.

When the police tortures or kills people, they say: “That was the mistake of only one policeman. That was an isolated case.” We say there is no single case.

What the police does or doesn’t do always has to do with the whole police force. Again, the police has racist and sexist laws. The police helps and protects only the white citizens who belong to the majority society.

March 15th is the International Day Against Police Violence. Here in Germany and all over the world. We want to show that we are against violence. We say that the police controls people without reason, beats them up and kills them. And we commemorate all the people the police has hurt or killed.

Let’s be loud and strong together! On March 15th and all days of the year! Start actions and demonstrations. Be in solidarity. Fight back!

Aktionsbündnis 15. März

* We are an alliance of different Germany-wide groups working on police violence and racism in the police: KOP (Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt) & CopWatch.

Contact and further information: https://buendnis1503.blackblogs.org/

Aufruf Einfache Sprache (DE)

Let’s talk about Police Violence! Lasst uns über Polizeigewalt sprechen!

Am 15. März ist jedes Jahr der Internationale Tag gegen Polizeigewalt.

Menschen wie Laye-Alama Condé! Oury Jalloh! Yaya Jabbi! Amad Ahmad! Christy Schwundeck! Achidi John!

Diese Menschen und viele Menschen mehr hat die Polizei schlecht behandelt oder auch getötet.

Das passierte in der Vergangenheit und es passiert jeden Tag – Das passiert in Deutschland und auch auf der ganzen Welt. Warum behandelt die Polizei Menschen unterschiedlich? Warum setzt die Polizei Gewalt gegen Menschen ein, die nichts gemacht haben?

Die Antwort heißt: Für die Polizei sind bestimmte Menschen „anders“ oder sie sind „kriminell“ oder „illegal“. Das sind Menschen wie zum Beispiel:

* Menschen, die keine weiße Hautfarbe haben

* Geflüchtete

* Menschen, die auf der Straße leben

* Menschen mit Behinderung

* Menschen, die Drogen nehmen

* Sexarbeiter*innen

* Schwule, Lesben, Inter*Menschen, Transpersonen, queere Menschen

* Menschen, die politisch links sind

Wenn die Polizei Menschen tötet, dann folgt oft keine Bestrafung. Die Polizei hat viel Macht. Die Bürger glauben der Polizei. Die Bürger glauben, dass die Polizei gut ist. Die Bürger schauen weg, wenn die Polizei Menschen auf der Straße schlägt. Die Bürger wünschen sich mehr Polizei und auch mehr Macht für den Staat. Das sehen wir in Deutschland und weltweit.

Polizeigewalt sehen wir bei den G20-Protesten 2017 in Hamburg. Oder wenn die Polizei die Häuser von politisch Linken durchsucht und ihre Wohnungen zerstört. Viele Polizisten sind politisch Rechte (Neonazis). Zum Beispiel wurden Drohbriefe an eine Anwältin geschickt. Die Adresse und der Name von der Anwältin kam von der Polizei. Der Drohbrief hatte die Unterschrift: NSU 2.0. NSU heißt NationalSozialistischerUntergrund. Der NSU war eine Neonazi-Terror-Gruppe, die zwischen 1999 und 2011 Menschen in Deutschland tötete. Wir sehen, dass es immer mehr Rechte (Neonazis) gibt.

Es gibt neue Gesetzte für die Polizei, die der Polizei noch mehr Macht geben, um Menschen zu kontrollieren, überwachen und mit Gewalt zu behandeln. Für diese Menschen ist es schwer, sich zu wehren. Das liegt daran, dass Staat und Polizei zusammenarbeiten. Staat und Polizei sind rassistisch und sexistisch.

Die Bürger vertrauen dem Staat und der Polizei. Auch wenn die Polizei immer wieder lügt. Zum Beispiel sagt die Polizei: Es gibt kein rassistisches profiling – das heißt Polizei-Kontrollen von Menschen, weil sie keine weiße Hautfarbe haben.

Aber alle wissen, dass die Polizei sehr oft Menschen kontrolliert, die eine schwarze oder dunkle Hautfarbe haben. Das ist rassistisch. Es ist verboten Menschen anders zu behandeln, nur weil sie keine weiße Hautfarbe haben.

Wenn die Polizei Menschen foltert oder tötet, dann sagt die Polizei: „Das war der Fehler von nur einem Polizisten. Das war ein Einzelfall.“ Wir sagen, es gibt keinen Einzelfall.

Was die Polizei tut oder nicht tut, hat immer mit der ganzen Polizei zu tun. Nochmal: Die Polizei hat rassistische und sexistische Gesetzte. Die Polizei hilft und schützt nur die weißen Bürger, die zu der Mehrheitsgesellschaft gehören.

Am 15. März ist der Internationale Tag gegen Polizeigewalt. Hier in ganz Deutschland und auf der ganzen Welt. Wir wollen zeigen, dass wir gegen die Gewalt sind. Wir sagen, dass die Polizei Menschen ohne Grunde kontrolliert, verprügelt und tötet.

Und wir gedenken allen Menschen, die die Polizei verletzt oder getötet hat.

Lasst uns zusammen laut und stark sein! Am 15. März und an allen Tagen im Jahr! Startet Aktionen und Demonstrationen. Seid solidarisch. Wehrt euch!

Aktionsbündnis 15. März

* Wir sind ein Bündnis aus unterschiedlichen bundesweiten Gruppen, die zum Thema Polizeigewalt und Rassismus in der Polizei arbeiten: KOP (Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt) & CopWatch.

Kontakt und weitere Infos: https://buendnis1503.blackblogs.org/

Videocall

 

Video für den internationalen Tag gegen Polizeigewalt

Aktionstag am 15.3.19

Liebe Genoss*innen,

im Hinblick auf den Aktionstag am internationalen Tag gegen Polizeigewalt wollen wir alle Gruppen und Einzelpersonen, die an diesem Tag eine Aktion starten, einladen, dies durch Fotografie und Videografie zu dokumentieren und (am besten verschlüsselt) an action153@riseup.net zu schicken!

Wir wollen zusammen mit Leftvision ein Video zusammenstellen, dass alle Aktionen zeigt und die Verbindung zwischen all den Orten, an denen diese stattfinden, herstellt.

Wir werden es wahrscheinlich auf youtube hochladen und es kann gern über alle eure Kanäle verbreitet werden.

Bitte achtet darauf, dass ihr euch schon vor der Einsendung darum kümmert, dass Personen, deren Gesicht nicht veröffentlicht werden möchte, nicht zu erkennen sind. Auch hilfreich ist es, wenn die Metadaten schon vorher entfernt wurden.

Liebe Grüße, Copwatch Leipzig

 

 

English

 

 

Video for the international day against police violence

Action day on 15.3.19

Dear comrades,

With regard to the action day on the International Day Against Police Violence, we would like to invite all groups and individuals who start an action on this day to document it by photography and videography and (best encrypted) to send it to action153@riseup.net!

Together with Leftvision we want to put together a video that shows all the actions and establishes the connection between all the places where they take place.

We will probably upload it to youtube and it can be distributed through all your channels.

Please make sure that you make sure that people whose faces you don’t want to be published are not visible before you send them in. It is also helpful if the metadata has already been removed.

Best regards, Copwatch Leipzig

Internat. Day against Police Violence

2022

Kundgebung in Leipzig zum Internationalen Tag gegen Polizeigewalt #15mrz

2021

Kundgebung mit Graffitti-malen, Redebeiträgen &Gedenkstätte im Rabet
copwatchleipzig.home.blog/2021/03/10/15- twitter.com/copwatch_le/st

2020

Aufruf des deutschlandweiten Bündnis:
https://buendnis1503.blackblogs.org/informationen-zum-15-03/

Bericht zum Internationalen Tag gegen Polizeigewalt in Leipzig 2020
*English coming soon*

Die Demo, die wir zusammen mit der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh organisiert haben, mussten wir aufgrund der Vorsicht vor dem Coronavirus verschieben. Trotzdem fanden sich am Sonntag, zum Internationalen Tag gegen Polizeigewalt, spontan ein paar solidarische Menschen zusammen, um der Menschen zu gedenken, die in Polizeigewahrsam ums Leben kamen. Dies geschah als lokale Aktion mit dem bundesweiten  Bündnis #15mrz und der Kampagne Death in Custody.

Vor dem Informationscenter Eisenbahnstraße, in dem die Polizei Leipzig Räume nutzt, wurden Transparente und ein Schild in Gedenken an die Toten angebracht.
Schnell war auch die Polizei vor Ort, um die Anwesenden mit fadenscheinigen Vorwürfen zu gängeln.
Die Transparente wurden zum Anlass genommen, um die Gruppe zu kesseln und die Personalien aufzunehmen. Ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen “illegalem Plakatieren” wurde eingeleitet, obwohl die Transparente nach Beendigung der Versammlung wieder mitgenommen wurden.
Diese Situation zeigt anschaulich wie Protest gegen die Polizei kriminalisiert wird.
Umso wichtiger ist, dass wir uns von solchen Versuchen nicht einschüchtern lassen. Die Polizei ist keine neutrale Institution, sondern eine Akteurin die eigene Interessen verfolgt.
Kritik an der und Protest gegen die Polizei bleibt deshalb notwendig.
Wir stehen solidarisch mit den Menschen, die tagtäglich von Polizeigewalt betroffen sind und mit denen, die rechtswidriges Handeln der Beamt*innen benennen und deshalb zur Zielscheibe werden.
Wir danken den Menschen die vor Ort waren, um auf mörderische und rechtswidrige Praktiken der Polizei aufmerksam zu machen.
Solltet ihr in diesem Zusammenhang Post von der Polizei bekommen, meldet euch bei uns, damit wir zusammen über das weitere Vorgehen beraten können. Gemeinsam sind wir stärker!

#15Mrz ist jeden Tag!

Copwatch Leipzig

Hier ein paar Fotos von der Transpi-Aktion auf der Eisenbahnstraße:

2020_eisi id feststellung2020_Pol Eisi2020_ oury jalloh leipzig2020_transpi polgewalt

2019

regenschirme

Let’s talk about Police Violence! Internationaler Tag gegen Polizeigewalt am 15. März

*English below*

Laye-Alama Condé! Oury Jalloh! Yaya Jabbi! Amad Ahmad! Christy Schwundeck! Achidi John!

Diese traurige Liste lässt sich unendlich erweitern. So viele Menschen sind – nicht nur in der BRD – von der Polizei und Justiz misshandelt, ermordet und getötet worden. Hinzu kommen Tausende, die von gewaltsamen Übergriffen der Polizei betroffen waren und sind. Tausende, die der Schikane und der Diskriminierung durch die Polizei wieder und wieder ausgesetzt sind. Weil sie in den Augen der Polizei “anders” sind, „kriminell“, und „die Sicherheit“ gefährden: Menschen mit (vermeintlichem) Migrationshintergrund, prekär lebende und obdachlose Menschen, Sexarbeiter*innen, Menschen jenseits der Gendernorm, linke Aktivist*innen, Menschen, die für krank erklärt werden.

Wenn Personen durch die Polizei ums Leben kommen, werden die Umstände selten und nur durch großen gesellschaftlichen Druck aufgeklärt. Den gibt es leider kaum. Polizist*innen genießen große Macht und Integrität und bewegen sich in einer Gesellschaft, die selbst von Rassismus, Sexismus und hierarchischem Denken durchzogen ist. Die meisten Menschen schauen weg und glauben, dass die Polizei schon das Richtige tut. Oder schlimmer noch, sie rufen lauthals nach der Staatsautorität.

Und die Tendenz des autoritärer werdenden Staatsapparats ist für Viele spürbar. Wir erinnern uns an die massive Polizeigewalt gegen die G20-Proteste 2017 in Hamburg. Gleichzeitig werden linke Medien verboten, selbstorganisierte Räume gerazzt und die in einigen Bundesländern bereits eingeführte oder bevorstehende Polizeigesetzverschärfung wird die Befugnisse der Polizei und Justiz massiv erweitern und es nahezu unmöglich machen, sich gegen Polizeigewalt zu wehren. Derweil werden extrem rechte Gruppen und rechte Bewegungen in Deutschland von der Polizei und dem Verfassungsschutz aufgebaut und gedeckt. Erst kürzlich erhielt eine Anwältin aus Frankfurt am Main Drohbriefe des so genannten NSU 2.0. Die Daten, die für dieses Bedrohungsszenario verwendet wurden, stammten aus einer polizeilichen Datenbank. Die Polizei ist – wie andere mit Autorität ausgestattete Berufsgruppen auch – ein Anziehungspunkt für Rechte.

Wir werden immer wieder mit Lügen abgespeist: Es gibt kein rassistisches profiling, denn es ist verboten. Es gibt keinen strukturellen Rassismus sondern nur Einzelfälle. Polizeimaßnahmen werden so durchgeführt, wie die Situation es erfordert. Die misshandelte Person war ein Gefährder. Was die Polizei tut, ist objektiv richtig.

Es gilt, Polizeigewalt sichtbar zu machen, die Systematik im Vorgehen von Polizei und Justiz offen zu legen und die Position der Betroffenen zu stärken! Wir wollen den 15. März als Internationalen Tag gegen Polizeigewalt etablieren. Bereits 1997 wurden auf Initiative des C.O.B.P. (Collectif Opposé à la Brutalité Policière) aus Montréal und der anarchistischen Gruppe “Black Flag” aus der Schweiz Aktionen initiiert. Seitdem gehen am 15. März jährlich weltweit Menschen auf die Straße, um von der Polizei misshandelten und getöteten Menschen zu gedenken und sich gegen Polizeigewalt zu wehren. Sie möchten ein Zeichen setzen. Ein Zeichen der Solidarität, ein Zeichen der Wachsamkeit, ein Zeichen des Mahnens und ein Zeichen des Gedenkens.

Wir kämpfen solidarisch gegen die Schikane und der Repression durch die Polizei. Wir wehren uns, wenn die Polizei gegen uns vorgeht, weil wir nicht in das Raster des „braven“ Bürgers passen. Weil wir aufgrund von Merkmalen, die nicht der Mehrheitsgesellschaft entsprechen, von der Polizei in ein Milieu eingeordnet werden, das ihrer Meinung nach potentiell kriminell ist und deshalb zumindest überwacht, wenn nicht gar bestraft gehört. Wir gehen Seite an Seite wenn die Polizei uns durch häufige Kontrollen, Durchsuchungen und Anzeigen immer wieder zeigt, dass sie uns auf dem Kieker hat und uns ihre Macht demonstriert. Unsere Solidarität wird diese Zustände nicht in die Knie zwingen, aber wir beziehen Position gegen Verhältnisse, die zu Viele als normal betrachten.

Wir rufen auf zur Wachsamkeit. Zu viele schauen weg. Zu viele denken, dass die Polizei alles aus einem legitimen Grund tut. Dass es so etwas wie Zwei-Klassen-Denken in der Polizei nicht geben kann. Aber nein, in einer Gesellschaft, in der es darum geht, Privilegien durch Ausgrenzung und Ungleichverteilung zu schützen, in der die Gleichwertigkeit von Menschen nichts zählt, darf man nicht davon ausgehen, dass die Polizei objektiv handelt. Im Gegenteil – die Polizei handelt auf Grundlage von rassistischen Gesetzen, von Gesetzen, die Eigentum schützen, von Gesetzen, die bestimmen, welches Gewerbe illegal ist, von Gesetzen, die verbieten, Geld jenseits des offiziellen Arbeitsmarktes zu verdienen und von Gesetzen, die emanzipatorischen Aktivismus verbieten. Und dabei ist sie ausgestattet mit aller Staatsmacht und unterliegt kaum Rechtfertigungsdruck, weder von Seiten der Justiz, noch aus der Gesellschaft. Wir aber gucken der Polizei auf die Finger!

Wir möchten an diesem Internationalen Tag gegen Polizeigewalt mahnen! Wir möchten der Polizei und allen, die ihr applaudieren, sagen, dass wir begreifen, was vor sich geht. Dass wir nicht einverstanden sind, mit dem, was da vor sich geht. Dass wir es nicht zulassen, dass Menschen misshandelt, geprügelt und ermordet werden. Wir wissen, je mehr wir hinschauen, je mehr wir uns gegen euch wehren und uns miteinander verbinden, desto mehr Repression haben wir von euch zu erwarten. Da machen wir uns keine Illusionen. Aber ihr werdet es nicht verhindern können!

Und wir möchten gedenken. Wir denken an all jene, die durch Polizisten weltweit verletzt, getötet und ermordet wurden. Die meisten von ihnen haben bis heute keine Gerechtigkeit erfahren. Wir dürfen diese Menschen nie vergessen!

Lasst uns unseren Protest lautstark und kreativ kundtun. Am 15. März und an jedem anderen Tag, hier und überall auf der Welt! Startet Aktionen an eurem Wohnort, tut euch zusammen, solidarisiert euch und werdet laut!

Aktionsbündnis 15. März

* Wir sind ein Bündnis aus unterschiedlichen bundesweiten Gruppen, die zum Thema Polizeigewalt und Rassismus in der Polizei arbeiten: KOP (Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt) & CopWatch.

Kontakt und weitere Infos: https://buendnis1503.blackblogs.org/

*English*

Let’s talk about Police Violence! International Day Against Police Violence on March 15th

Laye-Alama Condé! Oury Jalloh! Yaya Jabbi! Amad Ahmad! Christy Schwundeck! Achidi John!

This sad list can be extended indefinitely. So many people – not only in Germany – have been abused, murdered and killed by the police and judiciary. In addition, there are thousands who have been and are affected by violent attacks by the police. Thousands have been subjected to harassment and discrimination by the police again and again. Because in the eyes of the police they are “different”, “criminal”, and “endanger security”: People with a (supposed) migration background, precariously living and homeless people, sex workers*, people beyond the gender norm, left-wing activists*, people who are declared ill.

When people are killed by the police, the circumstances are rarely clarified and only through great social pressure. Unfortunately, there is hardly one. Policewomen* enjoy great power and integrity and move in a society that is itself structured by racism, sexism and hierarchies. Most people look away and believe that the police is already doing the right thing. Or worse, they loudly call for state authority.

The tendency of the increasingly authoritarian state apparatus is noticeable for many. We remember the massive police violence against the G20 protests in Hamburg in 2017. At the same time, left-wing media is being banned, self-organized spaces are being destroyed and the tightening of police laws already introduced or imminent in some federal states will massively expand the powers of the police and judiciary and make it almost impossible to defend oneself against police violence. Meanwhile, extreme right-wing groups and movements in Germany are being established and covered by the police and the “Verfassungsschutz” (Office for the Protection of the Constitution). Just recently, a lawyer from Frankfurt am Main received threatening letters from the so called NSU 2.0. The data used for this threat scenario came from a police database. The police – like other professional groups with authority – is an attraction for rights.

We are constantly confronted with lies: there is no racist profiling, because it is forbidden. There is no structural racism, only individual cases. Police measures are carried out as the situation requires. The abused person was a danger. What the police does is objectively correct.

It is essential to make police violence visible, to disclose the systematics of police and judicial procedures and to strengthen the position of those who are affected!

We want to establish March 15th as International Day Against Police Violence. Already in 1997 numerous actions were launched, initiated by the C.O.B.P. (Collectif Opposé à la Brutalité Policière) from Montréal and the anarchist group “Black Flag” from Switzerland. Since then, on March 15th every year, people from all over the world have taken to the streets to commemorate people mistreated and killed by the police and to defend themselves against police violence. They want to set an example: A sign of solidarity, a sign of vigilance, a sign of warning and a sign of remembrance.

We fight in solidarity against the harassment and repression by the police. We defend ourselves when the police takes action against us because we do not fit into the picture of the “good” citizen. Because we are classified by the police into a milieu which they consider to be potentially criminal and therefore should at least be monitored, if not punished, because of characteristics which do not correspond to the majority society. We go side by side when the police shows us through frequent checks, searches and reports that they have us under suspicion and demonstrate their power to us. Our solidarity will not bring these conditions to their knees, but we take a stand against circumstances that too many consider normal.

We call for vigilance. Too many look away. Too many think that the police is doing everything for a legitimate reason. That there can be no such thing as two-class thinking in the police. But no, in a society in which privileges are to be protected by exclusion and unequal distribution, in which the equality of people counts for nothing, it cannot be assumed that the police acts objectively. On the contrary, the police acts on the basis of racist laws, laws that protect property, laws that determine which trade is illegal, laws that prohibit earning money beyond the official labor market and laws that prohibit emancipatory left activism. And at the same time it is endowed with all state power and under hardly any pressure to justify itself, neither from the judiciary nor from society. But we are aware!

On this International Day, we would like to send a warning against police violence! We want to tell the police and all those who applaud them that we understand what is going on. That we do not agree with what is going on. That we do in no way want people to be mistreated, beaten and murdered. We know that the more we are aware, the more we resist and connect with each other, the more repression we can expect. We have no illusions. But you will not be able to prevent it!

And we’d like to commemorate. We think of all those who have been injured, killed and murdered by police worldwide. Most of them have not yet received justice. We must never forget these people!

Let’s protest loudly and creatively. On March 15th and every other day, here and everywhere in the world! Start actions in your place of residence, join together, show solidarity and get loud!

Aktionsbündnis 15. März

* We are an alliance of different Germany-wide groups working on police violence and racism in the police: KOP (Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt) & CopWatch.

Contact and further information: https://buendnis1503.blackblogs.org/

Internationaler Tag gegen Polizeigewalt am 15.3.

International Day against Police Violence on March 15

*English below*

 

Laye-Alama Condé! Oury Jalloh! Yaya Jabbi! Amad Ahmad! Christy Schwundeck! Achidi John!

Diese traurige Liste lässt sich unendlich erweitern. So viele Menschen sind – nicht nur in der BRD – von der Polizei und Justiz misshandelt, ermordet und getötet worden. Hinzu kommen Tausende, die von gewaltsamen Übergriffen der Polizei betroffen waren und sind. Tausende, die der Schikane und der Diskriminierung durch die Polizei wieder und wieder ausgesetzt sind. Weil sie in den Augen der Polizei “anders” sind, „kriminell“, und „die Sicherheit“ gefährden: Menschen mit (vermeintlichem) Migrationshintergrund, prekär lebende und obdachlose Menschen, Sexarbeiter*innen, Menschen jenseits der Gendernorm, linke Aktivist*innen, Menschen, die für krank erklärt werden.

Wenn Personen durch die Polizei ums Leben kommen, werden die Umstände selten und nur durch großen gesellschaftlichen Druck aufgeklärt. Den gibt es leider kaum. Polizist*innen genießen große Macht und Integrität und bewegen sich in einer Gesellschaft, die selbst von Rassismus, Sexismus und hierarchischem Denken durchzogen ist. Die meisten Menschen schauen weg und glauben, dass die Polizei schon das Richtige tut. Oder schlimmer noch, sie rufen lauthals nach der Staatsautorität.

Und die Tendenz des autoritärer werdenden Staatsapparats ist für Viele spürbar. Wir erinnern uns an die massive Polizeigewalt gegen die G20-Proteste 2017 in Hamburg. Gleichzeitig werden linke Medien verboten, selbstorganisierte Räume gerazzt und die in einigen Bundesländern bereits eingeführte oder bevorstehende Polizeigesetzverschärfung wird die Befugnisse der Polizei und Justiz massiv erweitern und es nahezu unmöglich machen, sich gegen Polizeigewalt zu wehren. Derweil werden extrem rechte Gruppen und rechte Bewegungen in Deutschland von der Polizei und dem Verfassungsschutz aufgebaut und gedeckt. Erst kürzlich erhielt eine Anwältin aus Frankfurt am Main Drohbriefe des so genannten NSU 2.0. Die Daten, die für dieses Bedrohungsszenario verwendet wurden, stammten aus einer polizeilichen Datenbank. Die Polizei ist – wie andere mit Autorität ausgestattete Berufsgruppen auch – ein Anziehungspunkt für Rechte.

Wir werden immer wieder mit Lügen abgespeist: Es gibt kein rassistisches profiling, denn es ist verboten. Es gibt keinen strukturellen Rassismus sondern nur Einzelfälle. Polizeimaßnahmen werden so durchgeführt, wie die Situation es erfordert. Die misshandelte Person war ein Gefährder. Was die Polizei tut, ist objektiv richtig.

Es gilt, Polizeigewalt sichtbar zu machen, die Systematik im Vorgehen von Polizei und Justiz offen zu legen und die Position der Betroffenen zu stärken! Wir wollen den 15. März als Internationalen Tag gegen Polizeigewalt etablieren. Bereits 1997 wurden auf Initiative des C.O.B.P. (Collectif Opposé à la Brutalité Policière) aus Montréal und der anarchistischen Gruppe “Black Flag” aus der Schweiz Aktionen initiiert. Seitdem gehen am 15. März jährlich weltweit Menschen auf die Straße, um von der Polizei misshandelten und getöteten Menschen zu gedenken und sich gegen Polizeigewalt zu wehren. Sie möchten ein Zeichen setzen. Ein Zeichen der Solidarität, ein Zeichen der Wachsamkeit, ein Zeichen des Mahnens und ein Zeichen des Gedenkens.

Wir kämpfen solidarisch gegen die Schikane und der Repression durch die Polizei. Wir wehren uns, wenn die Polizei gegen uns vorgeht, weil wir nicht in das Raster des „braven“ Bürgers passen. Weil wir aufgrund von Merkmalen, die nicht der Mehrheitsgesellschaft entsprechen, von der Polizei in ein Milieu eingeordnet werden, das ihrer Meinung nach potentiell kriminell ist und deshalb zumindest überwacht, wenn nicht gar bestraft gehört. Wir gehen Seite an Seite wenn die Polizei uns durch häufige Kontrollen, Durchsuchungen und Anzeigen immer wieder zeigt, dass sie uns auf dem Kieker hat und uns ihre Macht demonstriert. Unsere Solidarität wird diese Zustände nicht in die Knie zwingen, aber wir beziehen Position gegen Verhältnisse, die zu Viele als normal betrachten.

Wir rufen auf zur Wachsamkeit. Zu viele schauen weg. Zu viele denken, dass die Polizei alles aus einem legitimen Grund tut. Dass es so etwas wie Zwei-Klassen-Denken in der Polizei nicht geben kann. Aber nein, in einer Gesellschaft, in der es darum geht, Privilegien durch Ausgrenzung und Ungleichverteilung zu schützen, in der die Gleichwertigkeit von Menschen nichts zählt, darf man nicht davon ausgehen, dass die Polizei objektiv handelt. Im Gegenteil – die Polizei handelt auf Grundlage von rassistischen Gesetzen, von Gesetzen, die Eigentum schützen, von Gesetzen, die bestimmen, welches Gewerbe illegal ist, von Gesetzen, die verbieten, Geld jenseits des offiziellen Arbeitsmarktes zu verdienen und von Gesetzen, die emanzipatorischen Aktivismus verbieten. Und dabei ist sie ausgestattet mit aller Staatsmacht und unterliegt kaum Rechtfertigungsdruck, weder von Seiten der Justiz, noch aus der Gesellschaft. Wir aber gucken der Polizei auf die Finger!

Wir möchten an diesem Internationalen Tag gegen Polizeigewalt mahnen! Wir möchten der Polizei und allen, die ihr applaudieren, sagen, dass wir begreifen, was vor sich geht. Dass wir nicht einverstanden sind, mit dem, was da vor sich geht. Dass wir es nicht zulassen, dass Menschen misshandelt, geprügelt und ermordet werden. Wir wissen, je mehr wir hinschauen, je mehr wir uns gegen euch wehren und uns miteinander verbinden, desto mehr Repression haben wir von euch zu erwarten. Da machen wir uns keine Illusionen. Aber ihr werdet es nicht verhindern können!

Und wir möchten gedenken. Wir denken an all jene, die durch Polizisten weltweit verletzt, getötet und ermordet wurden. Die meisten von ihnen haben bis heute keine Gerechtigkeit erfahren. Wir dürfen diese Menschen nie vergessen!

Lasst uns unseren Protest lautstark und kreativ kundtun. Am 15. März und an jedem anderen Tag, hier und überall auf der Welt! Startet Aktionen an eurem Wohnort, tut euch zusammen, solidarisiert euch und werdet laut!

Aktionsbündnis 15. März

* Wir sind ein Bündnis aus unterschiedlichen bundesweiten Gruppen, die zum Thema Polizeigewalt und Rassismus in der Polizei arbeiten: KOP (Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt) & CopWatch.

Kontakt und weitere Infos: https://buendnis1503.blackblogs.org/

Texte in einfacher Sprache findet ihr hier:

https://copwatchleipzig.home.blog/aufruf-einfache-sprache-de/ und https://copwatchleipzig.home.blog/call-in-easy-language-eng/

 

*English*

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Gesamte WVZ als “Gefährlicher Ort”

Whole weapon prohibition zone declared as “gefährlicher Ort”

*English below*

 

Eine neue Anfrage bezüglich der “gefährlichen Orte” wurde von der Sächsischen Landesregierung “beantwortet”. (https://kleineanfragen.de/sachsen/6/15964-nachfrage-zu-6-15402-gefaehrliche-orte-kontrollbereiche-und-bodycams-in-leipzig)

Klarheit gibt es jetzt darüber, dass das gesamte Gebiet, welches die Waffenverbotszone umfasst, als “gefährlicher Ort” im Sinne des § 19 I 1 Nr. 2 SächsPolG geführt wird. Durch diese Einstufung, die allein aufgrund polizeilicher Einschätzung intransparent festgelegt wird, werden verdachtsunabhängige Kontrollen ermöglicht.

In vergangenen Artikeln, die wir auf der Grundlage von den vorangegangenen Anfragen verfasst haben, wiesen wir immer wieder darauf hin, dass es eine große Rechtsunsicherheit gibt. Es ist nicht für alle Bürger*innen erkennbar, wo ein “gefährlicher Ort” ist, da dies nicht öffentlich bekannt gegeben wird, sondern nur durch Anfragen zu erfragen ist. Wo ein solcher Ort ist, an dem erfahrungsgemäß Straftaten begangen werden oder sich zu solchen verabredet wird, liegt im Ermessen der Polizei und verändert sich ständig. So weiteten sie die Größe des “gefährlichen Ortes” im Raum Eisenbahnstraße in den letzten Monaten immer weiter aus. Das bedeutet, dass mittlerweile im ganzen Raum der Waffenverbotszone Identitätsfeststellungen und Durchsuchungen von Sachen und Personen durchgeführt werden können. Die Zahl der rechtswidrig durchgeführten Kontrollen der Polizei, die innerhalb der WVZ ,aber außerhalb der “gefährlichen Orte” stattfanden (sprich ohne Rechtsgrundlage), wird sich dadurch verringern.

Kontrollen und Identitätsfeststellungen sind dadurch trotzdem nicht automatisch immer zulässig. Dazu eine Gerichtsentscheidung aus Bayern, die aufgrund der Ähnlichkeit der Gesetze in Sachsen und Bayern (alte Fassung, vor der Reform) auf Leipzig übertragen werden kann.

VGH München, Beschl. v. 8. 3. 2012 – 10 C 12.141, BeckRS 2012, 58287: „Für eine Durchsuchung nach Art. 21 I Nr. 3 i. V. mit 13 I Nr. 2 aPAG reicht es nicht aus, dass der Betroffene sich an einem „gefährlichen Ort“ aufhält. Hinzukommen muss, dass die Durchsuchung der betreffenden Person auch in einer entsprechenden Beziehung zu den Tatsachen steht, die die Gefährlichkeit des Ortes begründen (im Anschluss an BayVerfGH, NVwZ 2003, 1375, und NVwZ 2006, 1284) „Da … eine Durchsuchung von Personen und Sachen mit einem intensiveren Eingriff in das Grundrecht der allgemeinen Handlungsfreiheit und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung verbunden ist als die Identitätsfeststellung, genügt es für eine Durchsuchung nach Art. 21 I Nr. 3 i. V. mit 13 I Nr. 2 aPAG nicht, dass sich die Person an einem der genannten Orte aufhält. Erforderlich ist vielmehr, dass die Durchsuchung in einer inneren Beziehung zu den polizeilichen Gesichtspunkten steht, auf welche Art. 13 I Nr. 2 PAG abstellt, also auf die Verabredung, Vorbereitung und Verübung von Straftaten etc. Art. 21 I Nr. 3 PAG darf nicht dahingehend ausgelegt werden, dass beliebige Personen durchsucht werden, nur weil sie sich gerade an einem gefährlichen Ort aufhalten“. 

 

Noch mal zur Erinnerung: Wenn Polizist*innen euch kontrollieren wollen:

  1. Fragt nach der Rechtsgrundlage – Waffenverbotszone ist nicht die richtige Antwort!
  2. Sagt, dass sie eure Identität nur feststellen können, wenn ihr euch am “gefährlichen Ort” aufhaltet und nicht nur durchquert.
  3. Durchsuchungen von Kleidung und mitgeführten Sachen ist nur erlaubt, wenn es irgendwelche Hinweise darauf gibt, dass ihr ein Straftaten begeht oder vorbereitet oder gefährliche Gegenstände/Waffen mithabt.
  4. Widersprecht den Maßnahmen, die sie durchführen wollen.
  5. Fragt nach der Dienstnummer der kontrollierenden Beamt*innen.
  6. Fertigt ein Gedächtnisprotokoll an und schickt es an copwatchleipzig@riseup.net.

 

Und weil wir immer wieder Berichte hören, dass bei Kontrollen Personen gezwungen werden sich und im Winter (!) in der Öffentlichkeit (!) zu entkleiden:

„Einen Anspruch darauf, an Ort und Stelle durchsucht zu werden, hat der Kl[äger] nicht. Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gebietet es vielmehr, die Durchsuchung so durchzuführen, dass diskriminierende Begleitumstände vermieden werden (Grundsatz der geringsten Beeinträchtigung). Eine Durchsuchung in aller Öffentlichkeit wäre für den Kl. mit einem stärkeren Eingriff in seine Privat- und Intimsphäre verbunden gewesen als eine Durchsuchung in den Räumen der Polizeiinspektion, weil sie von allen Passanten hätte wahrgenommen werden können. Das Einverständnis des Kl. mit einer Durchsuchung an Ort und Stelle ändert daran nichts. Der Schutz der Privatsphäre ist Ausfluss des Grundrechts auf Achtung der Menschenwürde (Art. 1 I GG) und daher unverzichtbar.“

 

Wenn ihr Kontrollen beobachtet, zeigt euch solidarisch, bleibt stehen, beobachtet kritisch und berichet uns, damit wir dokumentieren können, was alles gemacht wird!

 

*English*

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