Presseschau

unvollständig, u.a. fehlen Interviewbeiträge in MDR Sachsenspiegel usw. (Stand September 2021)

 

Eröffnung der Waffenverbotszone auf der Eisenbahnstraße

In der Sendung von Radio Blau: https://www.freie-radios.net/91773

31.10.2018

Ein Offener Brief gegen eine verbohrte Politik

https://www.l-iz.de/politik/engagement/2018/11/Die-Waffenverbotszone-in-der-Eisenbahnstrasse-stigmatitisiert-das-ganze-Quartier-241963

2.11.2018

Eröffnung Waffenverbotszone

LVZ, https://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Proteste-gegen-Waffenverbotszone-in-Leipzig-verlaufen-friedlich

5.11.2018

SPD-Ost/Nordost mit Podium zum Thema Waffenverbotszone auf den Prüfstand am 20. Mai

LIZ, https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2019/05/SPD-OstNordost-mit-Podium-zum-Thema-Waffenverbotszone-auf-den-Pruefstand-am-20-Mai-275707

17.5.2019

Autoritäre Bearbeitung sozialer Probleme

Tschop Tschop, https://tschop-tschop.de/event/autoritaere-bearbeitung-sozialer-probleme/

17.5.2019

Wie intervenieren in Polizeikontrollen?

Ein Podcast von Radio Corax: https://www.freie-radios.net/95630

29.5.2019

Abschiebung in der Hildegardstraße

Kreuzer, https://kreuzer-leipzig.de/2019/07/30/ich-rechne-doch-nicht-damit-im-krankenhaus-zu-landen/

30.7.2019

Polizei Leipzig mit Rassismus-Vorwurf konfrontiert

MDR Sachsen: https://www.mdr.de/sachsen/leipzig/leipzig-leipzig-land/racial-profiling-polizei-leipzig-highfield-100.html

20.8.2019

Ein Kiez feiert Solidarität gegen Abschiebung und Polizeigewalt

Ein Podcast von Radio Corax: https://www.freie-radios.net/96789

10.8.2019

Falsche Zahlen, fragwürdige Interviews, fehlende Einordnung – Focus-TV-Reportage über den »Brennpunkt Leipzig«

Kreuzer, https://kreuzer-leipzig.de/2019/10/01/fakten-fakten-fakten/

11.10.2019

Der Stadtrat tagt: Anwohner/-innen der Eisenbahnstraße sollen zur Waffenverbotszone befragt werden

LIZ, https://www.l-iz.de/politik/leipzig/2019/11/Der-Stadtrat-tagt-Anwohner-innen-der-Eisenbahnstrasse-sollen-zur-Waffenverbotszone-befragt-werden-303043

20.10.2019

Bürgerbeschwerden: Wird die Waffenverbotszone in der Eisenbahnstraße abgeschafft?

https://www.tag24.de/nachrichten/leipzig-soll-die-waffenverbotszone-in-der-eisenbahnstrasse-abgeschafft-werden-1255182

7.11.2019

Zur Waffenverbotszone im Leipziger Osten, im Gespräch mit Copwatch Leipzig

Linksdrehradio, https://www.linksdrehendes.de/podlove/file/244/s/download/c/select-show/ldr392_151119.mp3

15.11.2019

Demonstration gegen die Waffenverbotszone in der Eisenbahnstraße und für soziale Sicherheit auf

LIZ, https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2019/11/Demonstration-gegen-die-Waffenverbotszone-in-der-Eisenbahnstrasse-und-fuer-soziale-Sicherheit-auf-302700

17.11.2019

Demo gegen Waffenverbotszone in Eisenbahnstraße

MDR Sachsen: https://www.mdr.de/sachsen/leipzig/leipzig-leipzig-land/demo-gegen-waffenverbotszone-eisenbahnstrasse-leipzig-100.html

17.11.2019

Linke Szene demonstriert gegen Leipziger Waffenverbotszone

LVZ, https://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Linke-Szene-demonstriert-gegen-Leipziger-Waffenverbotszone

17.11.2019

Ein Jahr leben mit und in Waffenverbotszone in der Eisenbahnstraße Leipzig

Ein Podcast von Radio Blau: https://www.freie-radios.net/98519

20.11.2019

Zum Geburtstag viel Streit

https://www.luhze.de/2019/12/10/zum-geburtstag-viel-streit/

10.12.2019

Der Verdacht soll untersucht werden

https://www.deutschlandfunkkultur.de/waffenverbotszone-in-leipzig-der-verdacht-soll-untersucht.1001.de.html?dram:article_id=471137

26.02.2020

Mit Sicherheit? Waffenverbotszone im Leipziger Osten

El Común, Mai 2020

Seite 36

https://comun-magazin.org/wp-content/uploads/2020/05/Comun-03-2020.pdf

Das Ende der Waffenverbotszone in der Eisenbahnstraße?

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/leipzig/das-ende-fuer-waffenverbotszone-in-eisenbahnstrasse-100.html

01.05.2021

Interview mit CopWatch Leipzig zur Waffenverbotszone und zur Polizei

https://www.conne-island.de/nf/266/5.html?heft=266&nr=5

23.06.2021

WVZ Abschießen

Waffenverbotszone abschießen – soziale Sicherheit stärken!
*English below* or aufruf engl

Arabisch: aufruf arab

Die Waffenverbotszone (WVZ) im Kiez um die Eisenbahnstraße hat, statt das kollektive Sicherheitsgefühl zu stärken, den Alltag der Menschen durch permanente Überwachung und Diskriminierungserfahrungen erschwert. Im November beginnt die „Evaluationsphase“, in der Bilanz über den Nutzen der WVZ gezogen werden soll.

Wir, ein Bündnis aus Anwohner*innen und lokale Initiativen, sind der Überzeugung, dass sie als Instrument autoritärer Sicherheitspolitik keine Verlängerung erfahren darf!

Mit den folgenden 10 Forderungen wollen wir unserer Kritik an der WVZ Ausdruck verleihen. Dem ihr zugrunde liegenden rechten Sicherheitsbegriff werden wir unsere Vorschläge zu sozialer Sicherheit entgegensetzen, die sich an den Bedürfnissen aller im Viertel lebender Menschen orientiert.

Wir rufen alle, die diese Forderungen unterstützen, dazu auf, eigene Veranstaltungen und Aktionen unter dem Label #WVZabschießen zu machen!

1. Gegen den autoritären Rechtsruck in Staat und Gesellschaft!

Die WVZ ist die Antwort auf die mit Ängsten aufgeladene Erzählung einer besonderen „Gefährlichkeit“ der Eisenbahnstraße. Immer wieder werden „Sicherheitsproblematiken“ mit rassistischer Stimmungsmache gegen Geflüchtete und Migrant*innen verknüpft, während die sozialen und ökonomischen Hintergründe von Kriminalität verschleiert werden. Die Erzeugung einer „Gefährlichkeit“ dient als Legitimationsgrundlage für die Einführung und Normalisierung schärferer staatlicher Überwachungsmaßnahmen, dem Abbau von Rechtsstaatlichkeit und grundrechtswidriger Kontrollpraktiken.

2. Verfassungswidrige Rechtsgrundlage der „Gefährlichen Orte“ aus dem Polizeigesetz streichen!

Die Eingriffsbefugnis der Polizei zu verdachtsunabhängigen Kontrollen in der WVZ ist die juristische Einstufung der Eisenbahnstraßengegend als „Gefährlicher Ort“¹. Wir halten diese Rechtsgrundlage für verfassungswidrig². Die Einstufung liegt ganz im Ermessen der Polizei und ist weder nachvollziehbar, noch gerichtlich angreifbar. Damit ist man der Definitionshoheit der Polizei absolut ausgeliefert. Diese Qualität von Grundrechtseingriffen wird rechtsstaatlichen Ansprüchen nicht gerecht. Desweiteren wird die “Suche nach Personen ohne Aufenthaltstitel” ermöglicht, was einen Freifahrtsschein für racial profiling darstellt.

3. Die rassistische und klassistische Kontrollpraxis der Polizei beenden!

Bei einer „verdachtsunabhängigen Kontrolle“ bedient sich die Polizei bestimmter Muster, um „effizient“ agieren zu können. Dabei bedient sie sich – bewusst oder unbewusst – Stereotypen von „kriminellen Menschen“, um ihre Kontrollpraxis zu rechtfertigen. Die Anknüpfung an das Aussehen, wie Hautfarbe, vermeintliche Herkunft oder Religion (Racial Profiling), sowie unterstellte Armut oder Drogenkonsum (klassistisch motivierte Kontrolle) ist unzulässig und doch gängige Praxis.

4. Das rechtswidrige Verhalten der Polizei muss aufhören! Gegen jede Polizeigewalt!

Auch war zu beobachten, dass Polizist*innen bei den Kontrollen teilweise äußerst gewaltsam vorgingen, außerhalb der WVZ mit einer falschen Begründung kontrollierten und sich kollektiv weigerten, die Dienstausweise pflichtgemäß zu zeigen. Wir sind jedoch nicht bereit hinter den Minimalkonsens unserer demokratischen Rechte zurückzugehen.

5. Schluss mit unverhältnismäßigen Grundrechtseingriffen!

Wir halten die WVZ-Verordnung für unverhältnismäßig und damit verfassungswidrig.

Sofern zwar ein legitimes Ziel, die Verhinderung der viel beschworenen “Gewaltkriminalität”, vorliegt, erweist sich eine höhere Kontrolldichte und Androhung von Strafe als ungeeignetes Mittel. Eine abschreckende Wirkung für Menschen, die wirklich mit Verletzungsabsicht einen “gefährlichen Gegenstand” im Gebiet mitführen, kann nur in wenigen Fällen angenommen werden und wurde von der zuständigen Behörde nicht empirisch belegt. Die Ergebnisanalyse (https://copwatchleipzig.home.blog/zwischenbilanz/) hat erwiesen, dass der enorme Aufwand, den die Polizei betrieben hat, um „Waffen“ und “gefährliche Gegenstände” zu finden, in der überwältigenden Mehrzahl der Fälle (ca. 96 %) erfolglos geblieben ist.³ Aufgrund der hohen Streubreite der Grundrechtseingriffe (viele Unschuldige sind betroffen) erscheint dieses Mittel demnach auch als unangemessen.

6. Keine Verdrängung marginalisierter Gruppen aus dem Viertel!

Keine Gentrifizierung des Leipziger Ostens!

Nachdem das Viertel von Investor*innen als attraktiver Ort entdeckt wurde, ist eine zunehmende Verdrängung ansässiger prekarisierter Menschen zu beobachten. Nicht nur steigende Mieten und der Angriff vieler selbstverwalteter linker und kulturschaffender Projekte durch Kündigung von Mietverträgen tragen dazu bei. Besonders für Betroffene von Rassismus und Klassismus wird der Kiez um die Eisenbahnstraße zum Ort der allgegenwärtigen Gefahr einer Polizeikontrolle und den repressiven Folgen. Prekarisierte, Menschen ohne Aufenthaltstitel, Drogenkonsument*innen und Wohnungslose werden so in andere Viertel am Stadtrand oder an weniger sichtbare Orte verdrängt, in denen für sie erfahrbare Gewalt und Diskriminierung meist ungesehen bleibt.

7. Soziale Strukturen brauchen öffentliche Orte – für eine Stadt für alle!

Die WVZ sorgt mit ihrer stigmatisierenden Wirkung dafür, dass Menschen nicht mehr zu sozialen und kulturellen Projekten im Viertel kommen, entweder aus Angst vor den angeblich “Kriminellen” oder vor der Polizei. Dies betrifft vor allem Angebote für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen. Den Stadtteilpark „Rabet“, eigentlich der Ort mit dem regsten interkulturellen und intergenerationellen Austausch, meiden nunmehr viele stigmatisierte oder verunsicherte Menschen aufgrund intensiver Bestreifung und Überwachung.

8. Keine Täter*in-Opfer-Umkehr – Für die Möglichkeit zur Selbstverteidigung!

Sexuelle, homophobe, trans*feindliche sowie rassistische oder antisemitische Übergriffe passieren auch auf der Eisenbahnstraße. Meistens kann die Polizei da nicht sofort unterstützen. Auch haben viele Betroffene Erfahrungen mit dem Hinzurufen der Polizei gemacht, die von ihnen als kaum hilfreich, der jeweiligen Situation unangemessen oder gar gewaltförmig und diskriminierend wahrgenommen wurden. Durch das Verbot von Pfefferspray in der WVZ wird es vielen von Gewalt bedrohten Personen verunmöglicht sich selbst zu verteidigen. Dies erhöht ihr Unsicherheitsgefühl ungemein, da sie von Opfern zu Täter*innen gemacht werden.

9. Soziale Lösungen für soziale Probleme!

Die Problematiken im Viertel müssen auf sozial vielfältige, langfristige und nachhaltige Weise angegangen werden, um nicht bei bloßer Phänomenbekämpfung zu verharren und damit Folgeprobleme zu erzeugen. Priorität sollte auf der Stärkung sozialer, kultureller und selbstorganisierter Projekte liegen, indem diesen Planungssicherheiten, Räume und Kapazitäten ermöglicht werden. Soziale Lösungsansätze für Probleme wie Armut, Substanzabhängigkeit und Wohnungslosigkeit sind die Grundlage für eine soziale Sicherheit, welche Kriminalität grundlegender vorzubeugen vermag. Wir fordern daher mehr Anlaufstellen für Betroffene für Gewalt, sozialen Wohnungsbau, kostenlose Unterkünfte für Wohnungslose und einen Drogenkonsumraum im Leipziger Osten.

10. Gesamtkonzept Soziale Sicherheit statt polizeilicher Verfolgung!

Das Einzige, was das Experiment WVZ in Leipzig klar gezeigt hat, ist, dass die autoritäre Bearbeitung sozialer Probleme die Lage nicht verbessert, vielmehr noch verschlimmert oder verdrängt. Um das Sicherheitsgefühl der Menschen zu erhöhen, hilft es nicht, die Polizeipräsenz immer weiter auszuweiten und die Beamt*innen systematisch Grundrechtsbrüche vollziehen zu lassen. Wir möchten einen Dialog darüber anstoßen, was tatsächliche Bedarfe im Viertel lebender Personen sind.

Anstatt die Lösung für soziale Probleme im Gefahrenabwehr- und Strafrecht zu suchen und die Befugnisse der Polizei über rechtsstaatliche Grenzen hinaus auszuweiten, wäre es notwendig ein Gesamtkonzept „Sozioökonomische Sicherheit“ vorzulegen. Dieses sollte vor allem die Sicherheit derer in den Blick nehmen, die von gesellschaftlicher Ausgrenzung und diskriminierender Gewalt betroffen sind. Dazu gehört auch die gerechte Verteilung des Vermögens, ein Ende der restriktiven Asylpolitik und des Abbaus sozialstaatlicher Standards.

Unsere Waffe heißt Solidarität! – WVZ abschießen, soziale Sicherheit stärken!

1 Im neuen Polizeigesetz, welches mit Beginn des Jahres 2020 in Kraft tritt, werden verdachtsunabhängige Kontrollen direkt in Waffenverbotszonen erlaubt. Die Konstruktion von „Gefährlichen Orten“ gem. § 19 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 SächsPolG (gültige Fassung bis Ende 2019) ist dann nicht mehr notwendig.

2 So auch ein juristisches Gutachten von KOP: https://kop-berlin.de/files/175

und https://www.heise.de/tp/features/Waffenverbotszone-in-Leipzig-4548584.html?seite=all

3 Die allermeisten Funde waren Alltagsgegenstände, die aufgrund der weiten Definition von „gefährlichen Gegenständen“ unter Strafe gestellt wurden.

Radio

Im Gespräch mit Radio Corax: https://www.freie-radios.net/98519

Bündnispartner*innen

Diese Forderungen und die Kampagne werden u.a. unterstützt von:

 

Wohnprojekt Schönerhausen

Organize Leipzig

inEUmanity Leipzig

Rassismus Tötet!

Wohnprojekt Schlicht&Ergreifend

Ostpassagetheater

Kritische Einführungswochen Leipzig

Say it Loud e.V.

Peperoncini e.V.

Prisma (Interventionistische Linke)

Ende Gelände Leipzig

Solidarische Jugend Leipzig

Rote Hilfe OG Leipzig

Anarchist Black Cross Leipzig

BO Wilder Osten

Ermittlungsausschuss Leipzig

 

 

 

 

Shoot down Waffenverbotszone – strengthen social security!

Instead of strengthening the collective feeling of security in the neighbourhood around the Eisenbahnstraße, the weapons prohibition zone (Waffenverbotszone= WVZ) has made people’s everyday lives more difficult through inadvertent violation of fundamental rights and experiences of discrimination. In November the “evaluation phase” begins, in which the benefits of the WVZ are to be assessed.

We, an alliance of residents and local initiatives, are convinced that as an instrument of authoritarian security policy it must not be extended!

With the following 10 demands we want to express our criticism of the WVZ. We will oppose the right concept of security on which it is based with our proposals on social security, which is oriented towards the needs of all people living in the neighbourhood.

We call upon all those who support these demands to organize their own events and actions under the label #WVZabschießen!

1. Against the authoritarian turn to the Right in state and society!

The WVZ is the practical conversion of the with fears loaded narrative of a special „dangerousness“ of the Eisenbahnstraße. Again and again, “security problems” are linked with racist propaganda against refugees and migrants, while the social and economic backgrounds of crime are concealed. The creation of a “dangerousness” serves as a basis of legitimacy for the introduction and normalisation of stricter state surveillance measures, the dismantling of the rule of law and control practices contrary to fundamental rights.

2. Delete the unconstitutional legal basis of “dangerous places” from the police law!

The authority of the police to intervene in suspicion-independent controls in the WVZ is the legal classification of the area as a “dangerous place”.¹ We consider this legal basis to be unconstitutional.² The classification is entirely in power of the police and is neither comprehensible nor open to legal challenge. Thus one is absolutely at the mercy of the police’s power of definition. Furthermore, the search for illegalized migrants is made possible, which represents a free pass for racial profiling.

3. End the racist and classist controlling practice of the police!

With a “suspicion-independent control” the police uses certain patterns in order to be able to act “efficiently”. It uses – consciously or unconsciously – stereotypes of “criminal people” to justify its control practice. The connection to appearance, skin colour, supposed origin or religion (racial profiling), as well as assumed poverty or drug consumption is inadmissible but common practice.

4. The illegal behaviour of the police must stop! Against any police violence!

It could also be observed that police(wo)men sometimes acted extremely violently during the checks, controlled outside the WVZ with a false reason and collectively refused to show their service cards as required. However, we will not give up our democratic rights as a minimum.

5. End the disproportionate violation of fundamental rights!

We consider the WVZ Regulation to be disproportionate and thus unconstitutional.

Even if there is a legitimate goal, the prevention of the much-cited “violent crime”, a higher amount of controls and threats of punishment proves is unsuitable. A deterrent effect for people who really carry a “dangerous object” in the territory with the intention of committing an infringement can only be assumed in a few cases and has not been empirically proven by the competent authority. The analysis of the results (https://copwatchleipzig.home.blog/zwischenbilanz/) has shown that the enormous effort made by the police to find “weapons” and “dangerous objects” has been unsuccessful in the overwhelming majority of cases (approx. 96%).³ Due to the wide range of fundamental rights violations, this means to be inappropriate.

6. No displacement of marginalized groups from the neighbourhood!

– Against the gentrification of the East of Leipzig!

After the quarter was discovered by investors as an attractive place, an increasing displacement of local precarious people can be observed. It is not only rising rents and the attack of many self-organized left-wing and cultural projects by terminating rental agreements that are contributing to this. Especially for those affected by racism and classism, the neighborhood around Eisenbahnstraße is becoming a place of omnipresent danger of police control and repressive consequences. Precarious people, undocumented migrants, drug users and homeless people are thus pushed into other neighbourhoods on the outskirts of the city or into less visible places where violence and discrimination they have to face remain potentially unseen.

7. Social structures need public places – for a city for all!

With its stigmatising effect, the WVZ ensures that people no longer come to social and cultural projects in the neighbourhood, either for fear of the alleged “criminals” or of the police. This applies above all to offers for children, young people and the elderly. The park “Rabet”, actually the place with the most active intercultural and intergenerational exchange, is now avoided by many stigmatised or insecure people due to intensive patrols and surveillance.

8. No perpetrators- victim-reversion: For the possibility of self-defence!

Sexual, homophobic, trans*phobic as well as racist or anti-Semitic attacks also happen on the Eisenbahnstraße. In most cases, the police cannot provide immediate support. Many affected people have also had experiences with calling the police, which they have perceived as hardly helpful, inappropriate to the respective situation and concern or even as additionally violent and discriminatory. The prohibition of pepper spray in the WVZ makes it impossible for many people threatened by violence to defend themselves. This increases their sense of insecurity tremendously, as they are turned from victims into perpetrators.

9. Social solutions for social problems!

The problems in the neighbourhood must be tackled in a socially diverse, long-term and sustainable way, so as not to remain merely concerned with combating phenomena and thus create consequential problems. Priority should be given to strengthening social, cultural and self-organized projects by providing them with planning security, space and capacities. Social solutions to problems such as poverty, addiction and homelessness form the basis for social security across all milieus, which is more capable of preventing crime fundamentally. We therefore call for more contact points, social housing, free places for homeless people and a drug consumption room in the East of Leipzig.

10. Overall concept of social security instead of police persecution!

The only thing that the WVZ experiment in Leipzig has clearly shown is that the authoritarian treatment of social problems does not improve the situation, but rather aggravates or represses it. In order to increase security in the neighbourhood, it does not help to expand the police presence further and further and to let the police systematically violate fundamental rights. We would like to initiate a dialogue on what the real needs in the neighbourhood of living persons are.

Instead of seeking solutions to social problems in prevention and criminal law and extending the powers of the police beyond the boundaries of the rule of law, it would be necessary to present an overall concept of “socio-economic security”. This should above all focus on the security of those affected by social exclusion and discriminatory violence. This also includes the fair distribution of property, an end to restrictive asylum policies and the dismantling of welfare state standards.

Our weapon is solidarity! – Shoot down WVZ, strengthen social security!

1 The new police law, which will enter into force at the beginning of 2020, allows suspicion-free controls directly in weapons prohibition zones. The construction of “dangerous places” in accordance with § 19 I S. 1 No. 2 SächsPolG (valid version until the end of 2019) will then no longer be necessary.

2 Thus also a legal appraisal of KOP: https://kop-berlin.de/files/175, https://www.heise.de/tp/features/Waffenverbotszone-in-Leipzig-4548584.html?seite=all

3 The majority of the finds were everyday objects which were punishable by the wide definition of “dangerous objects”.

Kiezfest Ost 10.8.2019

Pressemitteilung und Bilder: straßenfest PM
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KiezTreff Ost – Für eine Solidarische Nachbarschaft! Samstag, 10.08.2019, ab 15 Uhr.
Nach den Antiabschiebeprotesten von #le0907, #le1007 in der #Hildegardstraße in Leipzig, haben sich Anwohner*innen und linke Gruppen zusammen geschlossen, um ein Kiezfests zu veranstalten.
Hier ihr Open Call:

Open-Call: Helfer*innen, Acts, Material, Ideen, Übersetzungen,…

 

„KiezTreff Ost – Für eine Solidarische Nachbarschaft!“                                               

Samstag, 10.08.2019, 15 – 22 Uhr in der Hildegardstraße

 

Wir, einige Bewohner*innen des Kiezes um die Eisenbahnstraße, wollen die Ereignisse vom /09. Juli 2019/ in der /Hildegardstraße/ nicht einfach so stehen lassen. Unter dem Einsatz massiver verbaler und physischer Gewalt gelang es einem Großaufgebot der Polizei einen Menschen aus seiner Familie zu reißen – er war unser Nachbar. In dieser Nacht wurde sichtbar, was zu oft ungesehen bleibt: Behörden und Polizist*innen schieben in Deutschland alltäglich und konsequent Menschen ab.

Offensichtlich wurde in dieser Nacht jedoch auch die Bereitschaft vieler im Kiez lebender Menschen sich spontan zu Hunderten gegen dieses Unrecht zusammenzuschließen. Es war ein Zeichen milieu-übergreifender, nachbarschaftlicher Solidarität.

Wir sind überzeugt: Daran gilt es anzuknüpfen! Lasst uns zusammenkommen, um über die Ereignisse vom #0907 und über mögliche und existierende Formen des Zusammenhalts im Viertel zu sprechen.

Am *Samstag, den 10.08., 15 – 22 Uhr in der Hildegardstraße *wollen wir deshalb mit euch einen „*KiezTreff Ost – Für eine solidarische Nachbarschaft!“ *veranstalten.

Und nun seid ihr gefragt, eingeladen und aufgerufen: Es wird Gesprächsräume, Musik, Kinderspace, kulturelle und politische Workshops, ein Infozelt für Initiativen, Gruppen und Vereine sowie gutes Essen und Getränke gegen Spende geben. Das Angebot soll divers und einladend für möglichst viele Menschen im Kiez gestaltet sein.

Ihr seid oder kennt Übersetzer*innen, ihr möchtet diesen Open Call übersetzen? Ihr habt einen Input/Workshop oder Initiative/Gruppe, die hierbei nicht fehlen sollte? Ihr wollt euch zu einem Thema organisieren oder seid es schon und sucht nach neuen Leuten? Du willst nen Kuchen backen und gegen Spende verkaufen? Du magst einen Gesprächskreis moderieren oder hast Tontechnik zur Verfügung? Alles, was dir passend erscheint, kann ein stiftender Beitrag werden – schreib uns:

solidarischerkiez@riseup.net

Darüber hinaus wünschen wir uns dezentrale solidarische Teilhabe von Haus-, Kunst- und Ladenprojekten, Gruppen und Geschäften! Wir bitten euch, so selbstorganisiert wie möglich, Aktionen und Räume für diesen Tag zu kreiieren! Für diesen Tag der Solidarität und darüber hinaus. Für eine solidarische Nachbarschaft!

Polizeigesetz (Police Law)

Wir unterstützen den Aufruf des Bündnisses #PolizeigesetzStoppen in Sachsen, das sich gegen die geplanten Verschärfungen des Polizeigesetzes engagiert.

Kommt zur Demonstration am 8. April 2019 Albertplatz in Dresden!

 

*English and Arabic below*

 

Gegen die autoritäre Politik der Staatsregierung

https://polizeigesetz-stoppen.de/aufruf/

NEIN zum neuen Polizeirecht für Sachsen! #NoPolG

Die Sächsische Staatsregierung aus CDU und SPD forciert mit dem aktuellen Entwurf für die neuen Polizeigesetze eine weitere massive Ausweitung der staatlichen Eingriffsbefugnisse. Mit diesem Gesetzesvorhaben setzt die Koalition einen weiteren Abbau demokratischer Freiheits- und Grundrechte durch und knüpft damit an den autoritären Führungsstil vorheriger, stets CDU- geführter Staatsregierungen an. Wir stellen uns diesen Entwicklungen entschlossen entgegen. Das Gesetzespaket aus Polizeivollzugsdienstgesetz und Polizeibehördengesetz lehnen wir in aller Deutlichkeit ab und fordern den Landtag auf, es nicht zu verabschieden!

Unsere Kritik richtet sich insbesondere gegen folgende Verschärfungen des Gesetzes:

1 Ausweitung der Videoüberwachung, insbesondere mit Gesichtserkennung

Im Gesetz werden weitreichende Befugnisse für den Ausbau hin zu flächendeckender Videoüberwachung im öffentlichen Raum geschaffen. Zusätzlich soll im polnisch-/tschechischen Grenzgebiet in einem Radius von 30 km zur Grenze der Einsatz der stationären automatisierten Kennzeichenerfassung möglich sein. Dadurch wird die Überwachung von ganzen Städten, wie Zittau und Bautzen sowie die Erstellung von umfassenden Bewegungsprofilen möglich. Bei der Videografie im grenznahen Bereich sollen Bildaufnahmen von Passant:innen gefertigt werden, dabei werden auch Fahrer:innen- und Beifahrer:innen videografiert.

2 Maßnahmen gegen sog. Gefährder sowie deren Kontakt- und Begleitpersonen

Gegen alle Personen, bei denen die Polizei meint, dass sie irgendwann in der Zukunft eine schwere oder terroristische Straftat begehen könnten, sind künftig eine Reihe von Eingriffen möglich. Es können Aufenthaltsanordnungen und Kontaktverbote ausgesprochen werden, Personen können längerfristig observiert und Telekommunikationsdaten überwacht werden. Gegen Personen, die verdächtig erscheinen, kann künftig auch die präventive Fußfessel zum Einsatz kommen. Und auch gegen ihre Kontakt- und Begleitpersonen können eine Reihe von Überwachungsmaßnahmen eingesetzt werden. Zum Beispiel ist es möglich, die Wohnungen von Bekannten, Freund:innen und Familienmitgliedern, der von der Polizei verdächtigten Person zu überwachen. Leider haben die letzten Jahre gezeigt, dass die Polizei Sachsen besonders gerne, schnell und nach Gutdünken solche Mittel anwendet. Mehrere Ermittlungsverfahren gegen demokratisch Engagierte und Fußballfans, bei denen massenweise Beschuldigte und deren persönliches Umfeld beobachtet wurden, mussten später ergebnislos eingestellt werden, da sich die erhobenen Vorwürfe der Bildung einer kriminellen Vereinigung nicht im Ansatz bestätigten. Selbst der so genannte Richtervorbehalt konnte solche Vorfälle in der Vergangenheit nicht verhindern.

3 Absenkung der Gefahrenschwellen

Die Polizei hat die Aufgabe der Gefahrenabwehr. Die Befugnisse der Polizei zu einem bestimmten Zeitpunkt richten sich danach, welche Gefahr vorliegt, also z. B. ob die Gefahr abstrakt oder konkret ist. In den letzten Jahren ist ein Trend der Ausweitung solcher Gefahrenbegriffe zu beobachten. Die Polizei erhält dadurch einen größeren Spielraum zur Auslegung dieser Begriffe und so auch die Befugnis, viel früher einzugreifen. In der Regel wird nicht abschließend bestimmt, was mit „Gefahr“ eigentlich gemeint ist. Bei der so genannten abstrakten Gefahr kommt es, aufgrund der schwammigen Definition also vor allem darauf an, ob die Polizei die vorliegende Situation als typischerweise gefährlich einstuft. Auch durch die Ausweitung der so genannten „personifizierbaren Gefahrenlagen“ werden Maßnahmen gegen so genannten Gefährder weit ins Vorfeld einer konkreten Gefahr verlagert und schon dann zulässig, wenn noch kein konkretisiertes und zeitlich absehbares Geschehen erkennbar ist. Die Kriterien für das eine Gefahr begründende, individuelle Verhalten werden von der Polizei nicht bekannt gegeben, sodass sie praktisch jeden treffen können.

4 Einführung der präventiven Telekommunikationsüberwachung

Das Mithören und Speichern laufender Kommunikation (Gespräche, SMS etc.) ist bereits heute in Ermittlungsverfahren wegen schwerer Straftaten möglich. Künftig soll die Polizei auch schon dann mithören und -lesen können, wenn sie denkt, dass eine solche Straftat in absehbarer Zeit, das bedeutet ohne konkreten Verdacht, begangen wird. Betroffen sind Verkehrs- und Bestandsdaten, also Daten wie der Name und das Geburtsdatum, aber auch Verbindungsdaten des Telefons.

5 Aufrüstung und Militarisierung der Polizei

Künftig erhält das Sondereinsatzkommando (SEK) der Polizei Befugnisse zum Einsatz von Handgranaten und Maschinengewehren. Die auf dem gepanzerten Fahrzeug Survivor R angebrachte Befestigung für Maschinengewehre verdeutlicht den Grad der fortschreitenden Militarisierung der Polizei. Das SEK wurde wiederholt auf Demonstrationen eingesetzt. Die Grenzen der Verhältnismäßigkeit polizeilichen Handelns werden dadurch überschritten, denn der zivilgesellschaftliche Protest wird durch martialisches Auftreten, wie beispielsweise in Wurzen im September 2017, eingeschüchtert. Auch die Bereitschaftspolizei wurde in den vergangenen Jahren systematisch aufgerüstet. Die Befugnisse der neuen Polizeibehörden, also der Ordnungsämter, werden massiv ausgeweitet. Neben Identitätsfeststellungen dürfen sie nun auch unmittelbaren Zwang ausüben Zudem sind sie künftig mit Schlagstock und Reizgas ausgerüstet.

6 Abschwächung des Schutzes von Geheimnisträger:innen

Mit dem neuen Polizeirecht soll künftig der Schutz von Berufsgeheimnisträger:innen aufgeweicht werden. Ärzt:innen, Psychotherapeut:innen und Journalist:innen sind im neuen Polizeigesetz schlechter gestellt. Diese Berufsgruppen können künftig ohne ihr Wissen bereits weit im Vorfeld einer Straftat abgehört werden, was einen tiefen Einschnitt in ihre Berufsfreiheit darstellt. Schon in der Vergangenheit hat die Polizei in Sachsen den Schutz dieser Berufsgruppen wiederholt verletzt.

Gegen den Weg in den autoritären Rechtsstaat – Für Demokratie und Bürgerrechte in Sachsen

Die neuen Polizeigesetze greifen in die Grundrechte ein und können uns alle treffen. Es reicht bereits, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Doch es muss klar sein: manche wird es früher und härter treffen als andere – nämlich diejenigen, die bereits heute besonderes Ziel polizeilicher Eingriffe sind. Durch den im Polizeigesetz vorgesehenen Ausbau von Schleierfahndungen, die mit intelligenter Videoüberwachung und der präventiven gezielten Kontrolle von Personen kombiniert werden, wird beispielsweise die Möglichkeit rassistischer Polizeikontrollen erleichtert. Auch Wohnungslose, psychisch Kranke, politisch Aktive, Drogenkonsument:innen, Streikende, Fußballfans und viele weitere werden die Maßnahmen verstärkt zu spüren bekommen. Auch werden neue Rechtsbegriffe eingeführt, deren Regelungsbereich bewusst schwammig bleibt und die eine weite Auslegung zulassen. Wann beispielsweise die „überschaubare Zukunft“ eintreten wird, die das Vorgehen gegen abstrakte Gefahren legitimieren, entscheidet im Zweifel die Polizei.

Im Jahr 2017 hatte Deutschland die niedrigste Kriminalitätsrate seit einem Vierteljahrhundert. Trotzdem werden derzeit in mehreren Bundesländern die Polizeigesetze in rasantem Tempo verschärft, durch die der Staat mehr und mehr zu einem Überwachungsstaat ausgebaut wird. Den Landesregierungen reichen vage Terrorängste und ein diffuses Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung als Anlass um all jene Befugnisse auszubauen, die eine umfassende Überwachung ermöglichen. Gerade in Sachsen bleiben dagegen andere drängende Probleme – wie die grassierenden Mängel im Bildungsbereich („Lehrermangel“), Pflegekräftemangel, der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in den Städten oder die Vernachlässigung der Infrastruktur auf dem Land sowie die immer größer werdende soziale Ungleichheit – seit Jahren ungelöst. Dabei fällt auf, dass Polizei und Innenministerium bei rassistischen Übergriffen und rechten Ausschreitungen, also da wo sie aktuell dringend benötigt würden, in den letzten Jahren systematisch versagt haben. Die sicherheitspolitischen Verantwortlichen lassen die Zivilgesellschaft im Regen stehen, während sie sich mit ihrer Law and Order Rhetorik bei der rechten Wähler:innenklientel anbiedern.

Die sächsische Staatsregierung versucht, wie auch andere Landesregierungen und das CSU-geführte Bundesinnenministerium, sich durch die neuen Polizeigesetze zu profilieren und Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. So bereitet sie den Weg in den autoritären Polizei- und Überwachungsstaat! Menschen, die überwacht werden, sind unfrei und verändern ihr Handeln.

Wir kämpfen für Freiheit ohne Überwachung. Wir brauchen einen anderen Politikstil in Sachsen und eine demokratische Kontrolle der Polizei! Wir wollen eine gerechte Gesellschaft und soziale Antworten im Umgang mit den Problemen statt einer autoritären Sicherheitsarchitektur!


→ den Aufruf unterzeichnen


Polizeigesetz stoppen! ist ein breites Bündnis und ruft alle zivilgesellschaftlichen Organisationen und Einzelpersonen in Sachsen auf, den Aufruf und den vielfältigen Protest zu unterstützen. Folgende Organisationen sind Teil des Bündnisses „Polizeigesetz stoppen!“:

Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz
AKuBiZ e. V.
Antidiskriminierungsbüro Sachsen
Antifaschistischer Aufbau Zwickau
Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen Leipzig
Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen Sachsen
Autodidaktische Initiative e. V.
Bündnis 90/Die Grünen Chemnitz
Bündnis 90/Die Grünen Leipzig
Bündnis 90/Die Grünen Sachsen
Bündnis Privatsphäre Leipzig
Bündnis Sachsens Demokratie
Café Connect
CopWatch Leipzig
Die Linke. Erzgebirge
Die Linke Leipzig
Die Linke. Sachsen
Die Linke.SDS Leipzig
Digitalcourage e.V.
Erich-Zeigner-Haus e. V.
Grüne Jugend Basisgruppe Leipzig
Grüne Jugend Sachsen
Initiative für Versammlungsfreiheit
Internationalistisches Bündnis Leipzig
Jusos Sachsen
Kritische Einführungswochen
Kritische Jurist*innen Leipzig
Kritische Lehrer*innen
Linksjugend [’solid] Erzgebirge
Linksjugend [’solid] Sachsen
linXXnet e. V.
Macht Los e.V.
Naturfreundejugend Leipzig
Piraten Sachsen
Prisma – Interventionistische Linke
Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein e.V. (RAV)
Rote Hilfe – Ortsgruppe Leipzig
say it loud e. V.
Selbstorganisierte Basisgewerkschaft (SelBa)
Solidarische Jugend [Le]
Stadtbezirksverband DIE LINKE. Leipzig-Süd

 

Call to Action – Against authoritarian politics in Saxony

 

Say NO to the new police law for Saxony! #NoPolG

The Saxonian state government of the CDU and SPD coalition seeks to expand possibilities for government and police intervention through their draft for a new police law. This law, which may be seen as coming from a direct line of former CDU-led authoritarian-style governments, will greatly diminish democratic rights and liberties. We will take a stand against these developments! We reject the drafts for a new police enforcement and police agency law and demand of parliament not to pass these laws under any circumstances!

We criticize the following aspects of the laws:

1 Expansion of video surveillance including facial recognition

The law will allow the expansion and blanket coverage of public spaces with video surveillance technologies. In addition to that, the installation of automatic license plate scanners in a 30 km radius to the Polish and Czech borders will be allowed. Through this measure, entire cities such as Zittau and Bautzen may be put under full surveillance, which will include the possibility of creating detailed movement profiles of subjects. Videography of border areas will include creating video material of any citizens as well as drivers and passengers.

2 Measures against so-called dangerous subjects (“Gefährder”) as well as their contacts

All persons who police consider may possibly commit a felony or terrorist act at some point in the future will be at risk of additional measures through the new police law. Police will be able to give out orders pertaining the place of residence and restrict or prohibit contact to certain other persons. Long-lasting surveillance measures including surveillance of telecommunication data will be possible as well. Persons considered “suspicious” may be forced to wear electronic ankle bracelets as a preventive measure. Anybody coming in contact with “suspicious” or “dangerous subjects” may become subject to surveillance measures themselves. The new law will allow police to put apartments of acquaintances, friends, and family members of any “suspicious” person under surveillance as well. As the last years have shown, Saxonian police are unfortunately quite happy to quickly and indiscriminately use measures similar to the ones mentioned above. Several preliminary investigations against democratic activists as well as soccer fans that had included a huge surveillance effort of the defendants and their personal contacts had to be cancelled when it became clear that allegations of creating a criminal organization could not be verified or proven in any way. In the past, even the requirement of a judicial decree could not stop such events from happening.

3 Re-definition of concepts of “danger”

Police are responsible for averting all dangers. What police are permitted to do depends on the kinds of dangers they may be dealing with, such as abstract or concrete risks or dangers. During the last years, concepts of what is considered a risk or a danger have been expanded, allowing for police to apply a wider range of interpretations of these concepts, usually leading to earlier interventions and police measures. Usually there is no set definition of what a “danger” actually means. This also applies to “abstract dangers”, allowing police to rate a situation as fitting a “typical danger-set”. Aligning with the expansion of who or what a “dangerous subject” may be, police would be able to take action long before a concrete danger may be predicted. Criteria for individual actions that may be considered “dangerous” by police have not been made public so that anybody might become a target of police actions.

4 Preventive surveillance of telecommunications

During preliminary proceedings of felonies or similar crimes, it is already possible currently for police to listen to and record communications such as phone calls, texts, etc. With the new police laws, police will be permitted to listen to and read communications if they think a crime may be committed in the future – concrete or reasonable suspicion will no longer be necessary. This applies to data such as name and birth-date, as well as connection data and phone records.

5 Armament and militarization of police

Special police squads such as SEK (“Spezialeinsatzkommando”) will be permitted to use hand grenades and machine guns. As the armored police vehicle Survivor R has already been set with a machine gun mount, the growing militarization of police has become apparent. Furthermore, special police squads such as SEK have repeatedly been used to monitor public demonstrations. This can no longer be considered reasonable as it blurs the lines between police and military and prevents civil protests as the public will be intimidated by the way police present themselves. This could be seen during the protests in Wurzen of September 2017. Riot police have been part of the growing militarization as well. The new “police agency”, as the Departments for Public Order are now called, have already received further permissions: in addition to being permitted to verify a person’s identity, they are now permitted to use force and will be permitted to use clubs and tear gas or pepper spray.

6 Weakening of secret carriers’ protections

People who are protected according to laws of professional secrecy such as medical doctors, psychologists, or journalists, will have less rights with the new police laws. With the new laws, people who may claim professional secrecy may be targets of surveillance without being informed long before any crimes have been committed. In the past, police in Saxony has been know for ignoring the rights of professional secrecy.

Stop the way towards an authoritarian regime – claim democracy and freedom for Saxony!

The new police laws will cut back on our basic rights and may target all of us. You may just have to be at the wrong place at the wrong time to become a target. However, some groups will be targeted first and hardest: groups that have already been targeted by police action. The expansion of dragnet controls combined with AI video surveillance and preventive measures against certain groups will make racial profiling easier. Homeless people, people with mental illnesses, political activist, drug addicts, workers on strike, soccer fans, and many other groups will be targeted even more. New judicial terms that are not clearly defined and may be interpreted freely by police add to this risk.

2017 saw the lowest crime rates for Germany of the last 25 years. Nevertheless, new police laws have been passed very quickly in several German states, moving the country more and more towards a surveillance state. State governments claim vague fears of terrorism or general threats of crime to expand all laws that will permit blanket surveillance. Other important issues such as shortage of teachers and nurses, affordable rent in the cities, the lack of infrastructure in rural areas, as well as growing disparities in society have remained unsolved for years. However, when it comes to racist attacks and Nazi riots, police and the Department of the Interior of Saxony have consistently failed to act. Organizations of the public sphere have been left alone to deal with the issues while the state government cozies up to right-wing voters using law and order rhetorics.

Through the new police laws, the Saxonian state government, similar to other state governments and the CSU-led Federal Department of the Interior, seek to make their mark and demonstrate their capability to act. This paves the way for an authoritarian police- and surveillance state! People who are subjects of constant surveillance are no longer free and change the way they act.

We fight for freedom without surveillance. We need a different style of politics in Saxony as well as democratic measures to control police! We want a fair society and socially minded answers for the issues we are facing instead of an authoritarian security apparatus!


→ sign the call to action

 

لا لحقوق الشرطة الجديدة لأجل ساكسونيا

لا لحقوق الشرطة الجديدة لأجل ساكسونيا! #NoPolG

حكومة ساكسونيا الجديدة المشكلة من الحزب المسيحي الديمقراطي والحزب الاشتراكي الاجتماعي سيفرضون المزيد من السلطات الحكومية عن طريق مشروع قرار القوانين الجديدة المتعلقة بالشرطة. مشروع هذا القانون سيفكك الحريات الديمقراطية والحقوق الأساسية من خلال اعتماد نهج سلطوي قديم يقوده وكما العادة الحزب المسيحي الديمقراطي. نحن قررنا ان نكون ضد مشروع هكذا قرار. حزمة قوانين خدمة الشرطة ودوائر الشرطة نرفضها بشكل صريح ونطالب برلمان المقاطعة بعدم إقرارها!

نقدنا لمشروع القرار يدور بشكل خاص حول التشديدات التالية للقانون الجديد:

1 توسيع مساحة المراقبة بكاميرات الفيديو وبشكل خاص إمكانية التعرف على الوجه

في مشروع القانون سيتم إعطاء المزيد من الصلاحيات لمراقبة مساحات أكثر في الأماكن العامة باستخدام كاميرات الفيديو. بالإضافة إلى ذلك سيتم تجهيز مراكز الية لمراقبة لوحات السيارات على طول الحدود البولندية والتشيكية مع ألمانيا في قطر 30 كم. من خلال ذلك ستكون مراقبة مدن بأكملها كباوتزن وزيتاو ممكنة كما إعداد حسابات حركة لكل العابرين هناك. سيكون التصوير في كامل منطقة الحدود وسيتم إلتقاط صور من كل المارة كما السائقون/ات والذاهبين معهم.

2 إجراءات ضد ما يسمى ب “الخطر” أو “الخطير” كما من يحيطون بهم أو يتواصلون معهم.

ضد كل الأشخاص ــ كما قالت الشرطة ــ الذين من الممكن أن يقوموا بعمل إرهابي أو مخالفة كبيرة في المستقبل، سيكون للشرطة الحق في التدخل. يمكن للشرطة تحديد مكان الإقامة ومنع التواصل مع الشخص. هؤلاء الأشخاص يمكن أن يتعرضوا للمراقبة لفترات طويلة وأن يتم التنصت على كل ما يقولونه. ضد الأشخاص المشتبه بهم يمكن أن يجبروا في المستقبل على ارتداء طوق القدم المانع. أيضا المجموعة المحيطة بهؤلاء الأشخاص يمكن التنصت عليها لفترات طويلة. على سبيل المثال: سيكون من الممكن للشرطة أن تراقب منزل أحد اصدقائك، معارفك أو حتى أعضاء من العائلة. للأسف أظهرت لنا السنوات الأخيرة بأن شرطة ساكسونيا بالأخص ترغب وبكل متعة باستخدام هكذا وسائل. هذا ما فعلوه مع الكثير من النشطاء السياسيين وبعض مشجعي كرة القدم. في النهاية لم تثب المراقبة أي شيء إجرامي بحق المتهمين. حتى ما يسمى بتحفظ القاضي على هذه الإجراءات لم يمنع حدوثها في الماضي.

3 هبوط نسبة المخاطر

الشرطة لديها وظيفة درء الخطر. سلطة الشرطة تعتمد على طبيعة الخطر في حدث معين، على سبيل المثال فيما إذا كان الخطر مجردا أو ملموسا. في السنوات الأخيرة يلاحظ توجه نحو توسيع بعض مصطلحات الخطر. الشرطة تستفيد من ذلك لامتلاكها مساحة أكبر لتفسير هكذا مصطلحات وبالتالي المزيد من السلطة للتدخل بشكل مبكر أكثر. في العادة لم يتم تحديد ما هو معنى الخطر. عند ما يسمى ب ” المخاطر المجردة” وبسبب ميوعة هذا المصطلح يعتمد التعريف هنا على الشرطة وما تراه كخطر عادة. من خلال هذا التوسعة لصلاحيات الشرطة تحت المسمى ” حالات الخطر القابلة للتحديد” سيتم إتخاذ إجراءات ضد من يسمون ب “الخطيرين” كما لو أنهم مرتكبين لجرم واقعي، حتى لو لم هنالك إشارة الى عمل أو حدث قادم خطير. المعايير التي تحدد فيما إذا كان الشخص بالنسبة للشرطة خطرا لن يتم الكشف عنها لكي يكون الكل عرضة لهذه الإجراءات.

4 إدراج مراقبة الاتصالات الوقائية

التنصت وتسجيل الاتصالات (محادثات، رسائل نصية، الخ) ممكنة مسبقا بالنسبة للجرائم الخطيرة. في المستقبل سيكون في قدرة جهاز الشرطة التنصت والمراقبة عندما تظن أن هكذا جرائم يمكن أن تحدث ولكن بدون الضرورة لوجود اشتباه مؤكد. المعلومات المستهدفة ستكون بيانات الحركة والشخصية، يعني بيانات مثل الاسم وتاريخ الميلاد وأيضا بيانات اتصال الهاتف او الخليوي

5 تسليح وعسكرة الشرطة

في المستقبل ستخصل وحدة التدخل الخاصة (SEK) التابعة لجهاز الشرطة على صلاحيات لاستخدام القنابل والأسلحة الرشاشة. الأسلحة الرشاشة المركبة على شاحناتها توضح وبشكل صريح درجة العسكرة داخل هذا الجهاز. هذه الوحدة تم استخدامها بشكل متكرر ضد المظاهرات. الحدود لتعاطي الشرطة سيتم خرقها بشكل واضح عن طريق هذه الإجراءات لان الاحتجاج المدني سيواجه بشكل عسكري في المستقبل. كما حصل في فورزن سنة 2017. حتى أن جاهزية الشرطة لاستخدام السلاح تطورت في السنوات الأخيرة. الصلاحيات لدوائر الشرطة كدوائر حفظ النظام ستصبح أكبر بشكل ملحوظ. بجانب قدرتهم على التحقق من الهوية سيكون بإمكانهم الان استخدام أدوات مباشرة للقمع كعصا للضرب وغاز الرز.

6 التباطؤ في حماية مبدأ السرية:

مع قانون الشرطة الجديد ستكون حماية مبدأ السرية في المستقبل في وظائف معينة معرضة للخطر. الأطباء والمعالجين/ات النفسيين والصحفيين/ات سيسوء وضعهم في قانون الشرطة الجديد. هذه المجموعات سيتم التنصت عليها بدون علمها في المستقبل في حال الاشتباه بجرم ما. وهذا يعرض خرقا فاضحا لحرية العمل. مسبقا قامت شرطة ساكسونيا عدة مرات بالتعدي على حرية العمل والذي يعتبر دستوريا من الحقوق الأساسية للأفراد.

ضد الطريق إلى دولة قانون سلطوية ــ من أجل الديمقراطية والحقوق المدنية في ساكسونيا

قانون الشرطة الجديد يتدخل في الحقوق الأساسية وسيؤثر فينا جميعا. يكفي فقط أن تكون في الوقت الخاطئ والمكان الخاطئ. لكن يجب أن يكون واضحا: البعض سيتأثرون بهذا القانون أكثر من غيرهم. بالضبط أولئك الذين هم عرضة بشكل خاص لتدخل الشرطة. من خلال مراقبة الفيديو الذكية والرقابة الوقائية ستكون الفرصة لرقابة الشرطة العنصرية أكثر سهولة. أيضا المشردين، المرضى النفسيين والنشطاء السياسيين ومشجعي كرة القدم سيكونون أكثر تأثرا بهذا القانون الجديد. بالإضافة لذلك تم تمرير مصطلحات قانونية جديدة بحيث تكون مساحات تطبيقها مائعة تسمح بالتوسع حسب التفسير لكل مصطلح. على سبيل المثال “المستقبل الواضح” وهنا المقصود تشريع إجراءات ضد أخطار تجريدية وهذا تحدده الشرطة في النهاية.

في عام 2017 انخفض معدل الجريمة في ألمانيا لأدنى مستوى في أخر ربع قرن. بالرغم من ذلك يتم إقرار مشاريع قوانين للشرطة في عدة ولايات والتي تمهد لبناء دولة مراقبة. البرلمانات تبث مخاوف الإرهاب وشعورا مريضا بعدم الأمان بين العامة كمناسبة لتوسيع صلاحياتها والتي تسمح لها في المستقبل بمراقبة واسعة النطاق. في نفس الوقت تعاني مقاطعة ساكسونيا من مشاكل أخرى على رأسها النقص في الكادر التعليمي والعناية بالمسنين وقلة المساكن المنخفضة الأجرة في المدن والبنية التحتية المتهتكة في الأرياف كما الهوة المتزايدة في الاتساع بين الطبقات. هنا من الملاحظ أن الشرطة ووزارة الداخلية قد فشلوا تماما في مهمتهم في السنوات الأخيرة خاصة في موضوع الهجمات العنصرية أعمال العنف اليمينية. المسؤولون الأمنيون السياسيون تركوا المجتمع المدني معلقا بينما كانوا منشغلين في هرطقة القانون والنظام عند الناخبين اليمينيين.

الحكومة الساكسونية تحاول، كما الحال في ولايات اخرى وأيضا كما وزارة الداخلية الاتحادية المقادة من قبل الحزب الاجتماعي المسيحي، أن ترسخ صورتها وتعرض مهاراتها من خلال قوانين الشرطة الجديدة. وهكذا تمهد الطريق لدولة البوليس والمراقبة السلطوية! الناس الذين يتم مراقبتهم ليسوا بأحرار وسيجبرون على تغيير تصرفاتهم.

نحن نناضل من أجل الحرية بلا مراقبة. نحن بحاجة لنمط سياسي اخر في ساكسونيا ومراقبة ديمقراطية للشرطةّ! نريد مجتمعا عادلا وحلولا اجتماعية في التعاطي مع المشاكل العالقة وليس هندسة أمنية سلطوية!


Demo Gegen den Rechtsruck

*English below*
Call for Demo AGAINST THE SHIFT TO THE RIGHT IN STATE AND SOCIETY on 23.03.2019 in Frankfurt am Main
– Gemeinsame Busanreise aus Dresden und Leipzig –
Am 23.03.2019 findet in Frankfurt am Main eine Demonstration GEGEN DEN RECHTSRUCK IN STAAT UND GESELLSCHAFT statt. Diese beginnt um 14.00 und wir wollen gemeinsam mit einem Bus aus Sachsen dazu anreisen. Der Bus wird in Dresden losfahren und in Leipzig einen Zwischenstopp machen.
Uns ist es ein besonderes Anliegen mit Menschen aus Sachsen bei der Demonstration vertreten zu sein und damit sowohl auf die rechten Strukturen innerhalb des Staates auf Landesebene, als auch auf die gesellschaftlichen Verhältnisse in einer konservativ geprägten Region aufmerksam zu machen. Vor allem im Angesicht der bevorstehenden Landtagswahl im September und den immer wieder zahlreichen stattfindenden Nazimobilsierungen in letzter Zeit ist es wichtig zu zeigen, dass wir als bundesweit organisierte Linke dem Rechts(d)ruck etwas entgegen setzen und Solidarität mit denjenigen zeigen, die von diesem in besonderem Maße bedroht sind.
Gerade Sachsen ist in der Verstrickung staatlicher Stellen, vor allem dem Verfassungsschutz und der Polizei, mit rechten Netzwerken immer wieder stark aufgefallen. Das Versagen bzw. die mutwillige Verdeckung und Fehlverhalten beim Umgang mit dem NSU, der jahrelang in Chemnitz und Zwickau Unterschlupf gefunden hat, die Bestellung des Polizeipanzers “Survivor” mit den auffällig an NS-Symbolik erinnernden Bestickungen an den Sitzen oder auch die zahlreich bekannten Rechtspopulisten und Nazis in Uniform, sind nur einige Beispiele dafür. Dass in den nächsten Monaten auch noch ein in vielen Teilen rechts- bzw. verfassungswidriges und freiheitsfeindliches Polizeigesetz verabschiedet werden soll, ist ein weiterer Grund sich genau jetzt gegen die autoritäre Wende stark zu machen.
Auch in der Zivilgesellschaft ist ein starker Rechtsruck, Antifeminismus und Rassismus zu beobachten. Pegida in Dresden, der Schulterschluss von neuer Rechter, Neonazis und AfD in Chemnitz im letzten Jahr und die immer wieder kehrenden Angriffe Geflüchtete und (vermeintliche) Migrant*innen, wie in Heidenau und Freital, sowie auf linke Projekte und Menschen, sind auch hier nur die Spitze des Eisberges eines tief verwurzelten Konservativismus und rechter Ideologie in weiten Teilen der Gesellschaft.
Dies ist nicht zufällig so, sondern das logische Resultat eines Politikversagens der seit der Wiedervereinigung regierenden CDU mit ihren Verharmlosungen rechter Aktivitäten und Akteur*innen in Verwaltung und Rechtssprechung, der Repression linker solidarischer Projekte und der Prekarisierung vieler Menschen in den neuen Bundesländern durch den Abbau des Sozialstaates.
Trotz alle dem gibt viele, die diesen Entwicklungen solidarische und progressive Alternativen entgegen setzen. Genau deswegen wird unsere Kritik an Diskriminierung, staatlicher Repression und einem Staat, der diese Verhältnisse stützt, nicht verklingen. Wir erinnern an die Opfer und die Taten des sog. NSU, an die Bedrohung der Anwältin Seda Başay-Yildiz, das HannibalNetzwerk in der Bundeswehr und fordern eine konsequente Aufarbeitung der Vorfälle  das Erkennen der Systematik statt der Verharmlosung als “Einzelfälle”.
Den Aufruf und mehr Informationen zur Demonstration findet ihr unter:
    
                  
Wir gehen am 23.03. auf die Straße, um uns mit den Opfern rassistischer Gewalt zu solidarisieren!
Wir protestieren gegen die strukturelle Systematik der autoritären Formierung von Staat und Gesellschaft!
Wir werden die Aufklärung nicht jenen überlassen, die unsere Freund*innen bedrohen!

NSU 2.0 den Prozess machen!

 

Wir sehen uns in Frankfurt!
*English*

 

Call for Demo AGAINST THE SHIFT TO THE RIGHT IN STATE AND SOCIETY on 23.03.2019 in Frankfurt am Main

 

– Joint bus journey from Dresden and Leipzig –
On 23.03.2019 a demonstration will take place in Frankfurt am Main against the SHIFT TO THE RIGHT IN STATE AND SOCIETY. It starts at 14.00 and we want to travel together with a bus from Saxony. The bus will leave Dresden and make a stopover in Leipzig.

 

It is our special concern to be represented with people from Saxony at the demonstration and to draw attention to the right-wing structures within the state at state level as well as to the social conditions in a conservatively shaped region. Especially in view of the upcoming state elections in September and the numerous Nazi mobilizations that have taken place recently, it is important to show that we as a nationally organized left-wing movement oppose the right and show solidarity with those who are particularly threatened by it.
Saxony in particular has repeatedly attracted attention in the entanglement of state authorities, above all the Office for the Protection of the Constitution and the police, with right-wing networks. The failure or the deliberate concealment and misconduct in dealing with the NSU, which for years found shelter in Chemnitz and Zwickau, the order of the police tank “Survivor” with the striking embroidery on the seats reminiscent of Nazi symbolism, or the numerous right-wing populists and Nazis in uniform, are just a few examples of this. The fact that in the next few months a police law will be passed which is in many parts illegal, unconstitutional and hostile to freedom is another reason to take a stand against the authoritarian turn right now.
A strong shift to the right, anti-feminism and racism can also be observed in civil society. Pegida in Dresden, the solidarity of new rightists, neo-Nazis and AfD in Chemnitz last year and the repeated attacks on fugitives and (supposed) migrants, as in Heidenau and Freital, as well as on left-wing projects and people, are also here only the tip of the iceberg of deeply rooted conservatism and right-wing ideology in large parts of society.

This is not by chance, but the logical result of a political failure of the CDU, which has ruled since reunification, with its trivialization of right-wing activities and actors in administration and jurisprudence, the repression of left-wing solidarity projects and the precarization of many people in the new federal states through the dismantling of the welfare state.

Despite all this, there are many who oppose these developments with solidarity and progressive alternatives. Precisely for this reason our criticism of discrimination, state repression and a state that supports these conditions will not fade away. We remember the victims and the deeds of the so called NSU, the threat to the lawyer Seda Başay-Yildiz, the “Hannibal Network” in the Bundeswehr, and demand a consistent processing of the incidents, the recognition of the systematics instead of the trivialization as “individual cases”.

 

The call and more information about the demonstration can be found here:

https://gegendenrechtsruck.noblogs.org/

21.01.19 – NSU 2.0 den Prozess machen! Unsere Solidarität gegen die autoritären Formierung von Staat und Gesellschaft!

Facebook: https://www.facebook.com/events/1478980128901739/

Information about the journey: copwatchleipzig.home.blog and http://www.sachsens-demokratie.net

We go out on the street on 23.03. to show solidarity with the victims of racist violence!
We protest against the structural systematics of the authoritarian formation of state and society!
We will not leave the Enlightenment to those who threaten our friends!
NSU 2.0 make the process!

See you in Frankfurt!

Internat. Day against Police Violence

2022

Kundgebung in Leipzig zum Internationalen Tag gegen Polizeigewalt #15mrz

2021

Kundgebung mit Graffitti-malen, Redebeiträgen &Gedenkstätte im Rabet
copwatchleipzig.home.blog/2021/03/10/15- twitter.com/copwatch_le/st

2020

Aufruf des deutschlandweiten Bündnis:
https://buendnis1503.blackblogs.org/informationen-zum-15-03/

Bericht zum Internationalen Tag gegen Polizeigewalt in Leipzig 2020
*English coming soon*

Die Demo, die wir zusammen mit der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh organisiert haben, mussten wir aufgrund der Vorsicht vor dem Coronavirus verschieben. Trotzdem fanden sich am Sonntag, zum Internationalen Tag gegen Polizeigewalt, spontan ein paar solidarische Menschen zusammen, um der Menschen zu gedenken, die in Polizeigewahrsam ums Leben kamen. Dies geschah als lokale Aktion mit dem bundesweiten  Bündnis #15mrz und der Kampagne Death in Custody.

Vor dem Informationscenter Eisenbahnstraße, in dem die Polizei Leipzig Räume nutzt, wurden Transparente und ein Schild in Gedenken an die Toten angebracht.
Schnell war auch die Polizei vor Ort, um die Anwesenden mit fadenscheinigen Vorwürfen zu gängeln.
Die Transparente wurden zum Anlass genommen, um die Gruppe zu kesseln und die Personalien aufzunehmen. Ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen “illegalem Plakatieren” wurde eingeleitet, obwohl die Transparente nach Beendigung der Versammlung wieder mitgenommen wurden.
Diese Situation zeigt anschaulich wie Protest gegen die Polizei kriminalisiert wird.
Umso wichtiger ist, dass wir uns von solchen Versuchen nicht einschüchtern lassen. Die Polizei ist keine neutrale Institution, sondern eine Akteurin die eigene Interessen verfolgt.
Kritik an der und Protest gegen die Polizei bleibt deshalb notwendig.
Wir stehen solidarisch mit den Menschen, die tagtäglich von Polizeigewalt betroffen sind und mit denen, die rechtswidriges Handeln der Beamt*innen benennen und deshalb zur Zielscheibe werden.
Wir danken den Menschen die vor Ort waren, um auf mörderische und rechtswidrige Praktiken der Polizei aufmerksam zu machen.
Solltet ihr in diesem Zusammenhang Post von der Polizei bekommen, meldet euch bei uns, damit wir zusammen über das weitere Vorgehen beraten können. Gemeinsam sind wir stärker!

#15Mrz ist jeden Tag!

Copwatch Leipzig

Hier ein paar Fotos von der Transpi-Aktion auf der Eisenbahnstraße:

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2019

regenschirme

Let’s talk about Police Violence! Internationaler Tag gegen Polizeigewalt am 15. März

*English below*

Laye-Alama Condé! Oury Jalloh! Yaya Jabbi! Amad Ahmad! Christy Schwundeck! Achidi John!

Diese traurige Liste lässt sich unendlich erweitern. So viele Menschen sind – nicht nur in der BRD – von der Polizei und Justiz misshandelt, ermordet und getötet worden. Hinzu kommen Tausende, die von gewaltsamen Übergriffen der Polizei betroffen waren und sind. Tausende, die der Schikane und der Diskriminierung durch die Polizei wieder und wieder ausgesetzt sind. Weil sie in den Augen der Polizei “anders” sind, „kriminell“, und „die Sicherheit“ gefährden: Menschen mit (vermeintlichem) Migrationshintergrund, prekär lebende und obdachlose Menschen, Sexarbeiter*innen, Menschen jenseits der Gendernorm, linke Aktivist*innen, Menschen, die für krank erklärt werden.

Wenn Personen durch die Polizei ums Leben kommen, werden die Umstände selten und nur durch großen gesellschaftlichen Druck aufgeklärt. Den gibt es leider kaum. Polizist*innen genießen große Macht und Integrität und bewegen sich in einer Gesellschaft, die selbst von Rassismus, Sexismus und hierarchischem Denken durchzogen ist. Die meisten Menschen schauen weg und glauben, dass die Polizei schon das Richtige tut. Oder schlimmer noch, sie rufen lauthals nach der Staatsautorität.

Und die Tendenz des autoritärer werdenden Staatsapparats ist für Viele spürbar. Wir erinnern uns an die massive Polizeigewalt gegen die G20-Proteste 2017 in Hamburg. Gleichzeitig werden linke Medien verboten, selbstorganisierte Räume gerazzt und die in einigen Bundesländern bereits eingeführte oder bevorstehende Polizeigesetzverschärfung wird die Befugnisse der Polizei und Justiz massiv erweitern und es nahezu unmöglich machen, sich gegen Polizeigewalt zu wehren. Derweil werden extrem rechte Gruppen und rechte Bewegungen in Deutschland von der Polizei und dem Verfassungsschutz aufgebaut und gedeckt. Erst kürzlich erhielt eine Anwältin aus Frankfurt am Main Drohbriefe des so genannten NSU 2.0. Die Daten, die für dieses Bedrohungsszenario verwendet wurden, stammten aus einer polizeilichen Datenbank. Die Polizei ist – wie andere mit Autorität ausgestattete Berufsgruppen auch – ein Anziehungspunkt für Rechte.

Wir werden immer wieder mit Lügen abgespeist: Es gibt kein rassistisches profiling, denn es ist verboten. Es gibt keinen strukturellen Rassismus sondern nur Einzelfälle. Polizeimaßnahmen werden so durchgeführt, wie die Situation es erfordert. Die misshandelte Person war ein Gefährder. Was die Polizei tut, ist objektiv richtig.

Es gilt, Polizeigewalt sichtbar zu machen, die Systematik im Vorgehen von Polizei und Justiz offen zu legen und die Position der Betroffenen zu stärken! Wir wollen den 15. März als Internationalen Tag gegen Polizeigewalt etablieren. Bereits 1997 wurden auf Initiative des C.O.B.P. (Collectif Opposé à la Brutalité Policière) aus Montréal und der anarchistischen Gruppe “Black Flag” aus der Schweiz Aktionen initiiert. Seitdem gehen am 15. März jährlich weltweit Menschen auf die Straße, um von der Polizei misshandelten und getöteten Menschen zu gedenken und sich gegen Polizeigewalt zu wehren. Sie möchten ein Zeichen setzen. Ein Zeichen der Solidarität, ein Zeichen der Wachsamkeit, ein Zeichen des Mahnens und ein Zeichen des Gedenkens.

Wir kämpfen solidarisch gegen die Schikane und der Repression durch die Polizei. Wir wehren uns, wenn die Polizei gegen uns vorgeht, weil wir nicht in das Raster des „braven“ Bürgers passen. Weil wir aufgrund von Merkmalen, die nicht der Mehrheitsgesellschaft entsprechen, von der Polizei in ein Milieu eingeordnet werden, das ihrer Meinung nach potentiell kriminell ist und deshalb zumindest überwacht, wenn nicht gar bestraft gehört. Wir gehen Seite an Seite wenn die Polizei uns durch häufige Kontrollen, Durchsuchungen und Anzeigen immer wieder zeigt, dass sie uns auf dem Kieker hat und uns ihre Macht demonstriert. Unsere Solidarität wird diese Zustände nicht in die Knie zwingen, aber wir beziehen Position gegen Verhältnisse, die zu Viele als normal betrachten.

Wir rufen auf zur Wachsamkeit. Zu viele schauen weg. Zu viele denken, dass die Polizei alles aus einem legitimen Grund tut. Dass es so etwas wie Zwei-Klassen-Denken in der Polizei nicht geben kann. Aber nein, in einer Gesellschaft, in der es darum geht, Privilegien durch Ausgrenzung und Ungleichverteilung zu schützen, in der die Gleichwertigkeit von Menschen nichts zählt, darf man nicht davon ausgehen, dass die Polizei objektiv handelt. Im Gegenteil – die Polizei handelt auf Grundlage von rassistischen Gesetzen, von Gesetzen, die Eigentum schützen, von Gesetzen, die bestimmen, welches Gewerbe illegal ist, von Gesetzen, die verbieten, Geld jenseits des offiziellen Arbeitsmarktes zu verdienen und von Gesetzen, die emanzipatorischen Aktivismus verbieten. Und dabei ist sie ausgestattet mit aller Staatsmacht und unterliegt kaum Rechtfertigungsdruck, weder von Seiten der Justiz, noch aus der Gesellschaft. Wir aber gucken der Polizei auf die Finger!

Wir möchten an diesem Internationalen Tag gegen Polizeigewalt mahnen! Wir möchten der Polizei und allen, die ihr applaudieren, sagen, dass wir begreifen, was vor sich geht. Dass wir nicht einverstanden sind, mit dem, was da vor sich geht. Dass wir es nicht zulassen, dass Menschen misshandelt, geprügelt und ermordet werden. Wir wissen, je mehr wir hinschauen, je mehr wir uns gegen euch wehren und uns miteinander verbinden, desto mehr Repression haben wir von euch zu erwarten. Da machen wir uns keine Illusionen. Aber ihr werdet es nicht verhindern können!

Und wir möchten gedenken. Wir denken an all jene, die durch Polizisten weltweit verletzt, getötet und ermordet wurden. Die meisten von ihnen haben bis heute keine Gerechtigkeit erfahren. Wir dürfen diese Menschen nie vergessen!

Lasst uns unseren Protest lautstark und kreativ kundtun. Am 15. März und an jedem anderen Tag, hier und überall auf der Welt! Startet Aktionen an eurem Wohnort, tut euch zusammen, solidarisiert euch und werdet laut!

Aktionsbündnis 15. März

* Wir sind ein Bündnis aus unterschiedlichen bundesweiten Gruppen, die zum Thema Polizeigewalt und Rassismus in der Polizei arbeiten: KOP (Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt) & CopWatch.

Kontakt und weitere Infos: https://buendnis1503.blackblogs.org/

*English*

Let’s talk about Police Violence! International Day Against Police Violence on March 15th

Laye-Alama Condé! Oury Jalloh! Yaya Jabbi! Amad Ahmad! Christy Schwundeck! Achidi John!

This sad list can be extended indefinitely. So many people – not only in Germany – have been abused, murdered and killed by the police and judiciary. In addition, there are thousands who have been and are affected by violent attacks by the police. Thousands have been subjected to harassment and discrimination by the police again and again. Because in the eyes of the police they are “different”, “criminal”, and “endanger security”: People with a (supposed) migration background, precariously living and homeless people, sex workers*, people beyond the gender norm, left-wing activists*, people who are declared ill.

When people are killed by the police, the circumstances are rarely clarified and only through great social pressure. Unfortunately, there is hardly one. Policewomen* enjoy great power and integrity and move in a society that is itself structured by racism, sexism and hierarchies. Most people look away and believe that the police is already doing the right thing. Or worse, they loudly call for state authority.

The tendency of the increasingly authoritarian state apparatus is noticeable for many. We remember the massive police violence against the G20 protests in Hamburg in 2017. At the same time, left-wing media is being banned, self-organized spaces are being destroyed and the tightening of police laws already introduced or imminent in some federal states will massively expand the powers of the police and judiciary and make it almost impossible to defend oneself against police violence. Meanwhile, extreme right-wing groups and movements in Germany are being established and covered by the police and the “Verfassungsschutz” (Office for the Protection of the Constitution). Just recently, a lawyer from Frankfurt am Main received threatening letters from the so called NSU 2.0. The data used for this threat scenario came from a police database. The police – like other professional groups with authority – is an attraction for rights.

We are constantly confronted with lies: there is no racist profiling, because it is forbidden. There is no structural racism, only individual cases. Police measures are carried out as the situation requires. The abused person was a danger. What the police does is objectively correct.

It is essential to make police violence visible, to disclose the systematics of police and judicial procedures and to strengthen the position of those who are affected!

We want to establish March 15th as International Day Against Police Violence. Already in 1997 numerous actions were launched, initiated by the C.O.B.P. (Collectif Opposé à la Brutalité Policière) from Montréal and the anarchist group “Black Flag” from Switzerland. Since then, on March 15th every year, people from all over the world have taken to the streets to commemorate people mistreated and killed by the police and to defend themselves against police violence. They want to set an example: A sign of solidarity, a sign of vigilance, a sign of warning and a sign of remembrance.

We fight in solidarity against the harassment and repression by the police. We defend ourselves when the police takes action against us because we do not fit into the picture of the “good” citizen. Because we are classified by the police into a milieu which they consider to be potentially criminal and therefore should at least be monitored, if not punished, because of characteristics which do not correspond to the majority society. We go side by side when the police shows us through frequent checks, searches and reports that they have us under suspicion and demonstrate their power to us. Our solidarity will not bring these conditions to their knees, but we take a stand against circumstances that too many consider normal.

We call for vigilance. Too many look away. Too many think that the police is doing everything for a legitimate reason. That there can be no such thing as two-class thinking in the police. But no, in a society in which privileges are to be protected by exclusion and unequal distribution, in which the equality of people counts for nothing, it cannot be assumed that the police acts objectively. On the contrary, the police acts on the basis of racist laws, laws that protect property, laws that determine which trade is illegal, laws that prohibit earning money beyond the official labor market and laws that prohibit emancipatory left activism. And at the same time it is endowed with all state power and under hardly any pressure to justify itself, neither from the judiciary nor from society. But we are aware!

On this International Day, we would like to send a warning against police violence! We want to tell the police and all those who applaud them that we understand what is going on. That we do not agree with what is going on. That we do in no way want people to be mistreated, beaten and murdered. We know that the more we are aware, the more we resist and connect with each other, the more repression we can expect. We have no illusions. But you will not be able to prevent it!

And we’d like to commemorate. We think of all those who have been injured, killed and murdered by police worldwide. Most of them have not yet received justice. We must never forget these people!

Let’s protest loudly and creatively. On March 15th and every other day, here and everywhere in the world! Start actions in your place of residence, join together, show solidarity and get loud!

Aktionsbündnis 15. März

* We are an alliance of different Germany-wide groups working on police violence and racism in the police: KOP (Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt) & CopWatch.

Contact and further information: https://buendnis1503.blackblogs.org/

Demonstration am 5.11.18

*English below*

 

Solidarität statt Verdrängung, Überwachung und Rassismus

Die Eisenbahnstraße wird ab dem 5.11.18 eine Waffenverbotszone sein.

Das bedeutet, dass jede Person, die absichtlich oder unwissentlich eine Waffe oder einen gefährlichen Gegenstand mit in dieses Gebiet nimmt, bis zu 10.000€ Strafe zahlen muss. Natürlich nur, wenn sie dabei erwischt wird und solange keine bestimmten Ausnahmen greifen. So werden dauerhaft verdachtsunabhängige Kontrollen ermöglicht und wir werden mit wesentlich mehr Polizeipräsenz konfrontiert sein. Dass dies nur ein Instrument ist, um einen selbst produzierten „Kriminalitätsschwerpunkt“ zu befrieden und unter dem Label der „Sicherheit“ eine autoritäre Entwicklung voranzutreiben, ist für uns klar.

Innenminister Wöller (CDU) und Oberbürgermeister Jung (SPD) machen sich hier zum Erfüllungsgehilfen für polizeiliche Law-and-Order Politik. Dass sie die Einrichtung der Waffenverbotszone mit einer „feierlichen Enthüllung der Verbotstafeln“ am 05.11. begehen wollen, macht es umso grotesker. Denn in den betroffenen Wohngebieten hat niemand um diese Zone, geschweige denn um mehr Polizei gebeten. Wir werden diese Provokation daher nicht hinnehmen. Mit kreativen Performances und inhaltlicher Kritik in Form von Redebeiträgen und einem offenen Mikrophon zeigen wir die Ablehnung verdrängender, diskriminierender und repressiver Maßnahmen.

Wir sind der Überzeugung, dass eine Strategie, die auf der Personalisierung und Verräumlichung gesellschaftlicher Probleme basiert, nichts verbessern wird. Bestimmte Menschen und Orte werden kriminalisiert und bestraft, das Gebiet um die Eisenbahnstr. einfach pauschal als gefährlich deklariert. Dies führt jedoch nur zu permanenter Überwachung, einer Verschiebung aus dem Sichtbaren und dem Ausschluss von Menschen aus der Gesellschaft. Wir alle wollen hier leben und daher zusammen soziale Lösungsansätze für bestehende Probleme erarbeiten.

Dazu verbinden wir Kämpfe miteinander, die die sozialen Probleme unseres Viertels wirklich angehen:

– Widerstand gegen den Ausbau eines „Sicherheitsapparates“ durch Polizeipräsenz, Kontrollen, Kameras, racial profiling und weitere technische Aufrüstung und Ausweitung der Befugnisse durch das neue Polizeigesetz

– der Kampf gegen Ideologien, die die Freiheit und Gleichheit aller Menschen in Frage stellen, sowie jede Art von Diskriminierung. Sei es Rassismus, Sexismus (der die Quelle vieler gewalttätiger Übergriffe darstellt), Klassismus, Transfeindlichkeit, Antisemitismus und Antiromaismus.

– die Forderung, sozialstaatlichen Leistungen für alle (auch für Illegalisierte) in Form von kostenloser Gesundheitsversorgung, Wohnungslosenunterkünften, Drogenkonsumräumen und das Einstellen der Hartz IV-Sanktionen

– der Einsatz gegen Entmietung und einer Aufwertung des Viertels, die dazu führt, dass prekarisierte Menschen immer weiter an die Stadtränder verdrängt und vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden

– das Engagement in sozialen Projekten für eine solidarische Nachbarschaft, wie Bildungsarbeit und Unterstützung von Geflüchteten

Einen Anstoß dazu wollen wir auf der Kundgebung geben und laden alle dazu sein, sich an kreativen Aktionen, Vernetzung und inhaltlicher Weiterarbeit zu beteiligen. Los geht’s um 14.00 vorm Aldi im Rabet. https://www.facebook.com/events/909378192519724/

Für alle, die Lust haben, etwas Kreatives für die Kundgebung mit vorzubereiten: Kommt am 2.11.18 um 17.00 ins Ostpassage-Theater zu “Get ready for Dangerzone” https://www.facebook.com/events/552628535176420/Als kleine Erinnerung: um 19.30 ist das offene Treffen von CopWatch LE dann gleich um die Ecke in der Kohlgartenstraße 51.

 

Am 5.11.18 schon die Waffenverbotszone abschießen! Unsere Waffe heißt Solidarität!

 

Copwatch LE (copwatchleipzig.home.blog)

Prisma – Interventionistische Linke Leipzig (prisma.blogsport.de)

Krisenherd

inEUmanity Leipzig (ineumanity.noblogs.org)

Kritische Jurist*innen Leipzig

GG/BO – die Gefangenengewerkschaft Soligruppe Leipzig (leipzig.ggbo.de)

u.a.

 

*English*

Solidarity instead of repression, surveillance and racism

From 5.11.18, the Eisenbahnstraße will be a weapons prohibition zone.

This means that every person who intentionally or unknowingly takes a weapon or a dangerous object into this area will have to pay a penalty of up to 10,000€. Of course, only if she is caught doing so and as long as no specific exceptions apply. This will make it possible to carry out permanent checks without suspicion and we will be confronted with a much greater police presence. It is clear to us that this is only an instrument to pacify a self-produced “crime focus” and to promote an authoritarian development under the label of “security”.

Minister of the Interior Wöller (CDU) and Mayor Jung (SPD) make themselves the vicarious agents for police law-and-order policy. That they want to commit the mechanism of the weapon prohibition zone with a solemn unveiling of the prohibition boards to 05.11. makes it all the more grotesque. Because in the affected residential areas nobody asked for this zone, let alone for more police. We will therefore not accept this provocation. With creative performances and content criticism in the form of speeches and an open microphone, we show the rejection of repressive, discriminatory and repressive measures.

We are convinced that a strategy based on the personalization and spatialization of social problems will not improve anything. Certain people and places will be criminalised and punished, and the area around Eisenbahnstr. will simply be declared dangerous as a whole. However, this only leads to permanent surveillance, a shift from the visible and the exclusion of people from society. We all want to live here and therefore work together to find social solutions to existing problems.

For this purpose we combine struggles with each other that really tackle the social problems of our neighbourhood:

– Resistance against the expansion of a “security apparatus” through police presence, controls, cameras, racial profiling and further technical upgrading and extension of powers through the new police law.

– the fight against ideologies that call into question the freedom and equality of all human beings, as well as all forms of discrimination. Be it racism, sexism (which is the source of many violent attacks), classism, transophobia, antisemitism and antiromaism.

– the demand for welfare services for all (including illegalized persons) in the form of free health care, shelters for the homeless, drug-taking rooms and the cessation of Hartz IV sanctions

– the fight against lettings and an upgrading of the neighbourhood, which leads to precarious people being pushed further and further into the outskirts of the city and excluded from public life

– the involvement in social projects for a neighbourhood based on solidarity, such as educational work and support for refugees

We want to give an impetus to this at the rally and invite everyone to take part in creative activities, networking and further work on content. We start at 14.00 in front of Aldi in the Rabet. https://www.facebook.com/events/909378192519724/

For all, which have desire to prepare something creative for the rally also: Come on 2.11.18 at 17.00 to the Ostpassage-Theater to “Get ready for Dangerzone” https://www.facebook.com/events/552628535176420/

Als little reminder: at 19.30 the open meeting of CopWatch LE is just around the corner in Kohlgartenstraße 51.
On 5.11.18 already shoot down the weapons prohibition zone! Our weapon is called solidarity!

 

 

 

Am Dienstag haben wir mit Radio Blau über uns, die Waffenverbotszone und die Demo am Montag gesprochen.

Das Interview zum Nachhören findet ihr hier: https://www.freie-radios.net/91773